Grünes Licht für Moschee in Frauenfeld

Claudia Amann, 20. Oktober 2016, 09:46 Uhr
Die Islamische Gemeinschaft aus Frauenfeld plant eine Moschee an der Gewerbestrasse.
Die Islamische Gemeinschaft aus Frauenfeld plant eine Moschee an der Gewerbestrasse.
© TAGBLATT Archiv
Jede Einsprache vermag den Start eines Baus zu verzögern. Bei der geplanten Moschee in Frauenfeld ist das nicht anders. Im Dezember soll es nun aber tatsächlich losgehen.

Nachdem es mehrere Anläufe gebraucht hat, soll es nun endlich soweit sein und der Spatenstich für den Bau der Moschee erfolgen. Die Bauvisiere stehen bereits seit vielen Monaten, die öffentliche Auflage beim städtischen Amt für Hochbau und Stadtplanung ist abgeschlossen.

Wie die «Thurgauer Zeitung» in ihrer Ausgabe vom Donnerstag berichtet, hat die Stadt Frauenfeld der Islamischen Gemeinschaft die Baubewilligung für ihr Vereins- und Kulturzentrum nach fünf Jahren erneut erteilt. Bereits in den Jahren 2009 und 2011 hatte der Verein einen Anlauf zum Bau der Moschee genommen.

Kosten weiterhin Knackpunkt

Vor sieben Jahren hatten sich Anwohner erfolgreich gegen den Bau am damals geplanten Standort Schaffhauserstrasse gewehrt, 2011 war der Bau bewilligt, der Verein konnte die Kosten aber nicht tragen. In diesem Jahr nun stehen alle Zeichen auf Grün. Auch wenn die Kosten von 1,6 Millionen Franken noch nicht ganz gesichert seien, wie der Präsident der Islamischen Gemeinschaft, Xhelil Ramadani, gegenüber der «Thurgauer Zeitung» erklärte.

Die Islamische Gemeinschaft plant das neue Kultur- und Vereinszentrum nun in der Nähe der Zuckerfabrik zu realisieren. Die 260 Mitglieder haben derzeit einen Raum am der Gewerbestrasse. In der geplanten Moschee sollen 300 Personen Platz finden. Diese soll mit mehreren Cafeterias und Büroräumen, geschlechtergetrennten WC-Anlagen und einem Raum für die Kinderlehre modern eingerichtet sein.

Kritik gelindert

Insgesamt sind 36 Parkplätze, aber auch ein Schall- sowie ein Sichtschutz geplant. Damit können Gegner des Vorhabens, die einen möglichen Lärm befürchten, beruhigt werden. Es gab bereits versuchte Einsprachen wegen Lärmbelästigung. Zudem haben rechtsnationalistische Gruppierungen Flugblätter verteilt.

Der Verein sucht weiter nach «starken Partnern», besonders für den Rohbau. Immerhin plant die Islamische Gemeinschaft, Ende 2017 in die Moschee umziehen zu können. Viele Dienstleister hätten der Gemeinde aber schon ihre Unterstützung zugesichert, so Ramadani. Am 10. Dezember werde auf jeden Fall eine grosse Feier über die Bühne gehen und «der Spatenstich mit allen gefeiert werden».

Claudia Amann
Quelle: red.
veröffentlicht: 20. Oktober 2016 09:46
aktualisiert: 20. Oktober 2016 09:46