«Habe Angst, das Geschäft zu verlieren»

Laurien Gschwend, 27. September 2017, 22:32 Uhr
Werbung
Die Inhaber des Arboner Taxiunternehmens Mohr sind sauer. Sie haben das Gefühl, die Stadt vergebe willkürliche Aufträge an die Konkurrenz. Jetzt gehen sie vor Gericht.

Stephanie Mohr und René Koch fühlen sich von der Stadt Arbon ausgegrenzt. Sie wünschen sich, dass die Auftragsvergabe fair erfolgt. «Wir haben sauber gearbeitet und waren engagiert, sind aber immer auf taube Ohren gestossen», sagt Stephanie Mohr, Mitinhaberin des Arboner Taxiunternehmens Mohr. «Jetzt habe ich Angst, das Geschäft zu verlieren.»

Bei der Stadt sei sich niemand für ihre Anliegen zuständig, meint Kollege René Koch: «Stadtpräsident Andreas Balg schreibt immer, er habe kein Interesse und sehe keinen Redebedarf.»

«Balg soll selber bezahlen»

Jüngster Streitpunkt: Kürzlich ist in der Arboner Altstadt ein Zwei-Franken-Taxi für Senioren eingeführt worden. Was neben den zwei Franken anfällt, bezahlt die Stadt. Andreas Balg habe das Unternehmen Taxi Arbon mit dem Fahrdienst beauftragt, ohne eine öffentliche Ausschreibung zu machen, so die Meinung von René Koch. «Herr Balg soll das Geld doch aus dem eigenen Sack bezahlen, statt in Frauenfeld zu betteln, er bekomme zu wenig Geld.»

Stadtpräsident bestreitet Vorwürfe

Arbons Stadtpräsident sagt gegenüber TVO, man habe die Verträge mit Taxi Arbon verlängert, die Auswahl für das Zwei-Franken-Taxi sei «mit rechten Dingen» erfolgt. Es habe sich um einen klaren Stadtratsbeschluss gehandelt. Das Taxiunternehmen Mohr sei «insgesamt anspruchsvoll», es stelle sich häufig quer.

Stephanie Mohr und René Koch möchten, dass das Gericht den Fall beurteilt. Bis dahin fährt René Koch Senioren für fünf Franken durch Arbon. «Ich mache es halt ohne die Stadt.»

Laurien Gschwend
Quelle: red.
veröffentlicht: 27. September 2017 19:58
aktualisiert: 27. September 2017 22:32