Strommangel

Hängst du diesen Winter Weihnachtsbeleuchtung auf?

Svenja Graf, 16. November 2022, 13:13 Uhr
Mitte November ist traditionellerweise die Zeit, um Lichterketten und Co. hervorzuholen. Doch dieses Jahr ist es anders. Aufgrund des drohenden Energiemangels sind Privatpersonen angehalten, auf Weihnachtsdekoration zu verzichten. Verboten ist sie aber nicht.

Quelle: FM1Today/Svenja Graf/Philomena Koch

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Bunte Lichterketten, goldene Sternschnuppen und funkelnde Schneeflocken: Zur Weihnachtszeit gehört für viele Menschen eine üppige Dekoration dazu. Doch in Zeiten von drohendem Strommangel könnten die Quartiere diesen Winter etwas düsterer werden.

Viele Kantone, Städte und Gemeinden lassen die Weihnachtsbeleuchtung dieses Jahr im Keller, und auch Unternehmen schliessen sich dieser Energiesparmassnahme an. Für Privatpersonen geben die Kantone und Gemeinden im FM1-Land Empfehlungen, aber keine Vorschriften ab.

«Jede Kilowattstunde, die eingespart wird, trägt einen Teil dazu bei, eine Energiemangellage zu verhindern», sagt beispielsweise Markus Zahnd, Leiter des Thurgauer Informationsdienstes. In der Stadt St.Gallen leuchtet dieses Jahr die Weihnachtsbeleuchtung «AllerStern». Die Sterne seien sehr energieeffizient, heisst es von Seiten der Stadt. Trotzdem verbindet der Stadtrat diese Entscheidung mit der Erwartung, dass möglichst auf private, elektrische Weihnachtsdekoration verzichtet wird.

Es gibt Empfehlungen, aber keine Verbote

Es gibt also viele Empfehlungen, Verbote gibt es aber nicht. So muss jede Person, selbst entscheiden, ob sie es moralisch vertreten kann, dieses Jahr Weihnachtsbeleuchtung aufzuhängen. Es gibt durchaus gute Argumente auf die Weihnachtsbeleuchtung zu verzichten, falls du das nicht willst, haben wir Empfehlungen, worauf du achten solltest.

Fakt ist: In der Weihnachtszeit wird massiv mehr Strom verbraucht. Schweizweit wird für die Weihnachtsbeleuchtung der Jahresverbrauch von 25'000 Familien zusätzlich aufgewendet, wie Studien zeigen.

«Wer nicht verzichten kann, sollte sich auf das Nötigste beschränken», sagt Nadja Gross, Projektleiterin Energieeffizienz bei Topten Schweiz und Umweltnaturwissenschaftlerin. Sie selbst wird dieses Jahr keine Lichterketten und Co. aufhängen.

«Alles was nicht läuft, spart Strom»

Es ist eine moralische Frage, denn: «Alles was nicht läuft, spart Strom. Aber es gibt auch viele weitere Stromfresser, die man nicht auf dem Schirm hat. Ich würde deshalb niemandem einen Vorwurf machen, der trotzdem Weihnachtsbeleuchtung aufhängt», sagt Gross. Sie sei ja durchaus etwas Schönes und Stimmungsvolles. «Man könnte ja stattdessen eine Kerze anzünden oder die Beleuchtung in der Nacht mit einer Zeitschaltuhr ausschalten.»

LED-Beleuchtung ist das A und O

Wer allem nicht auf künstliches Licht verzichten möchte, soll darauf achten, möglichst energieeffiziente Weihnachtsbeleuchtung zu nutzen. «Eine gute LED-Beleuchtung verbraucht vergleichsweise wenig Strom», so Gross. Wichtig sei dabei, qualitativ hochwertige Produkte zu kaufen, da billige Alternativen schneller kaputt gehen. Alte Lichterketten und Beleuchtung ohne LED sollten entsorgt werden, empfiehlt Gross. «Der Stromverbrauch ist bei diesen Produkten massiv höher.»

Akkus und Batterien sind nicht zu empfehlen

Akkus und batteriebetriebene Bleuchtung seien keine gute Alternative, da diese Varianten immer mit einem Stromverlust verbunden sind. Solar-Lichterketten können eine Alternative sein. Sie leuchten aber weniger stark. Und: Im Winter scheint die Sonne weniger lang. «Am besten ist herkömmliche LED-Beleuchtung, die man in eine Steckdose einstecken kann. Für den Aussenbereich gibt es dazu auch geeignete Verlängerungskabel», so Gross.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 16. November 2022 10:53
aktualisiert: 16. November 2022 13:13