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Hebammen machen mehr als Geburtshilfe

Nina Müller, 5. Mai 2019, 17:25 Uhr
Denkt man an Hebammen, sehen die meisten das Bild einer Frau, die einer werdenden Mutter bei der Geburt hilft. Doch zum Beruf Hebamme gehört einiges mehr dazu. Fabienne Tschumper aus Ebnat-Kappel erzählt anlässlich des internationalen Hebammentags von ihrer Ausbildung und dem Alltag als Hebamme.

Angestrengte Gesichter, die Hände zu Fäusten geballt und der Schweiss läuft in Strömen. Dann folgt der erlösende Schrei und die Hebamme drückt der frischgebackenen Mutter ihr persönliches kleines Wunder in die Hände. «Das ist der schönste Moment in unserem Beruf», sagt Fabienne Tschumper.

Intensiver aber schöner Job

Tschumper absolviert zur Zeit das Bachelorstudium zur Hebamme an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW). Das Studium besteht zu 50 Prozent aus Theorie und 50 Prozent Praxis. Deshalb konnte Fabienne bereits bei mehreren Geburten assistieren. «Man muss für diesen Beruf leben. Es ist sehr intensiv aber auch wunderschön. Der Moment, wenn ein kleiner Mensch auf die Welt kommt und alle so unglaublich glücklich und dankbar sind, ist unbezahlbar», sagt die angehende Hebamme.

«Am meisten bekommen die Ehemänner ab»

Es gebe natürlich auch schwierige Momente, beispielsweise, wenn die werdende Mutter am Ende ihrer Kräfte ist und dann auch die Nerven verliert. «Das bekommen aber meistens eher die Ehemänner ab», sagt sie und grinst. In Ohnmacht gefallen ist aber bisher noch kein Mann, wenn Fabienne assistierte. Nebst der Geburt begleitet die Hebamme die Frau und deren Familie auch in der Schwangerschaft und nach der Geburt am Wochenbett.

Zu wenig Praktikumsplätze

Vergangenen Donnerstag hat Fabienne ihre Bachelorthesis abgegeben. Sie hat einen von 67 Studienplätzen erhalten. Es bewerben sich aber weitaus mehr als es Plätze gibt. Im Gegensatz zu Deutschland ist in der Schweiz nicht der Mangel an Personal oder ein zu niedriger Lohn das Problem, sondern zu wenig Ausbildungsplätze. «Die Praktikumsplätze sind begrenzt, weshalb die Schule auch nur eine gewisse Anzahl von Studenten aufnehmen kann», sagt Fabienne.

Wenig bis gar keine Männer im Beruf

Ebenfalls Mangelware sind Entbindungspfleger. «Ich kenne keinen einzigen Mann in der ganzen Schweiz, der diese Ausbildung macht», sagt die angehende Hebamme. Hebamme sei aber keineswegs nur einen Beruf für Frauen. Fabienne hat selber auch noch nie ein Kind bekommen: «Trotzdem kann ich den Schwangeren helfen und das kann auch ein Mann.»

Mit weiteren Vorurteilen über den Beruf Hebamme, räumt Fabienne gemeinsam mit ihrer Mitstudentin Natascha Sbarra im Video auf:

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Quelle: FM1Today

Nina Müller
veröffentlicht: 5. Mai 2019 17:25
aktualisiert: 5. Mai 2019 17:25