«Herwart» verursacht Schäden im FM1-Land

Laurien Gschwend, 30. Oktober 2017, 22:31 Uhr
Am vergangenen Wochenende hat Sturmtief «Herwart» zahlreiche Bäume gefällt und Gewässer überfluten lassen. Deutschland wurde schwer getroffen , aber auch die Einsatzkräfte im FM1-Land hatten eine Menge zu tun.

Als ein Surfer am Samstag auf dem Bodensee, Höhe Mannenbach, unterwegs war, riss ihm das Segel. «Der Mann konnte selber an Land kommen», sagt Matthias Graf, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau. Am gleichen Tag musste die Seepolizei ein Segelschiff bergen, das auf einer Sandbank bei Steckborn gestrandet war. Die Insassen blieben laut Graf unverletzt. Am Sonntag wurde ein kleines Motorboot vom Anlegeplatz in Berlingen weggeweht - die Seepolizei holte es zurück.

Pavillon beschädigt Autos

Wegen umgestürzten Bäumen wurden in Frauenfeld und Amlikon Radwege blockiert, wie Matthias Graf auf Anfrage sagt. In Kreuzlingen beschädigte ein weggewehter Pavillon drei Autos leicht.

Am Yachthafen von Langenargen (DE) am Bodensee kam es am Samstag zu einem Seenotfall. Weil der Motor ausfiel, strandete das Segelboot eines 30-jährigen Mannes aufgrund des starken Wellengangs am sogenannten Argenhorn. Der Segler und ein weiteres Besatzungsmitglied konnten selbständig durch das knietiefe Wasser an Land gehen. Laut dem Polizeipräsidium Konstanz konnte das Boot witterungsbedingt noch nicht geborgen werden. Der Schiffsverkehr auf dem Bodensee wird laut einer Mitteilung aber nicht behindert.

Segler fällt ins Wasser

Die starken Wellen vor Langenargen machten auch einem 74-jährigen Mann zu schaffen. Während einer Segelregatta fiel er ins Wasser - nach rund zehn Minuten konnte er sich auf ein Begleitboot retten. Da die Einsatzkräfte eine Unterkühlung nicht ausschliessen konnten, wurde der Segler in ein Spital gebracht. Letztlich konnte er die Klinik aber wieder unverletzt verlassen.

«Herwart» hält Chur auf Trab

Auch in Chur löste Sturmtief «Herwart» verschiedene Polizeieinsätze aus. In der Nähe des Postplatzes wurde ein Baugerüst beschädigt. Weil die Gefahr bestand, dass dieses auf Fahrbahn fallen könnte, musste die Gäuggelistrasse gesperrt werden. Der Verkehr wurde einspurig über die Grabenstrasse umgeleitet. An der Berggasse fiel eine Tanne auf ein Hausdach. Laut der Stadtpolizei Chur waren die Bewohner zu dem Zeitpunkt aber nicht zu Hause, weshalb niemand verletzt wurde. Auch Baustellenabschrankungen und Werbetafeln fielen den Böen zum Opfer.

In weiteren Teilen des Kantons Graubünden kam es wegen «Herwart» zu einzelnen Verkehrsbehinderungen, weil Bäume die Strassen und Gleise blockierten. Ebenfalls wurden Baustellensignalisationen beschädigt. Es gab keine Verletzten.

«Schwein» in Appenzell und St.Gallen

«Appenzell Ausserrhoden hatte Schwein», sagt Hanspeter Saxer, Mediensprecher der Ausserrhoder Kantonspolizei. Die Sturmschäden beschränkten sich auf umgewehte Baustellentafeln. Gleich sah es in Appenzell Innerrhoden und St.Gallen aus, wie es bei den Polizeien heisst.

Laurien Gschwend
Quelle: lag
veröffentlicht: 30. Oktober 2017 10:50
aktualisiert: 30. Oktober 2017 22:31