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Nach Dauerregen

Hochwasserwarnungen für Sitter und Thur – Notfallnummern ausgefallen

9. Juli 2021, 10:24 Uhr
Die ergiebigen Niederschläge in den letzten Tagen haben die Hochwasserlage in der Schweiz verschärft. In den letzten drei Tagen gab es laut SRF Meteo gebietsweise mehr Niederschlag als im ganzen Monat Juli.
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Quelle: CH Media Video Unit / BRK News

Verschärft hat sich die Hochwasserlage namentlich in der Ostschweiz. Es muss laut Alert Swiss mit Überschwemmungen gerechnet werden. Die Polizei ruft dazu auf, die betroffenen Gebiete zu meiden. Unter anderem gibt es Hochwasserwarnungen für die Sitter und die Thur. Flussufer sollen laut Bund, wenn immer möglich, gemieden werden. Auch die Rheinvorländer wurden vorsorglich gesperrt.

Hohe Niederschlagsmengen

Am meisten Niederschlag fiel in den letzten drei Tagen im Tessin, aber auch in weiten Teilen der Kantone Uri, Graubünden und Glarus. In Faido erreichten die Regenmengen laut SRF Meteo 178 Millimeter, in Gütsch Andermatt 158 Millimeter und in Trun 135 Millimeter.

Doch auch in Elm, Urner Boden, Oberiberg, Adelboden und Vevey waren es noch mehr als 100 Millimeter. Im Süden hat unterdessen laut SRF Meteo der grosse Regen aufgehört. Und auch im Norden trocknet es im Laufe des Freitagmorgens ab.

Notrufnummern ausgefallen

In zahlreichen Kantonen der Schweiz fielen am Freitagmorgen kurz nach Mitternacht die Notrufnummern 112 und 117 aus sowie in einzelnen Kantonen auch die Nummern 118 und 144. Notrufzentralen waren telefonisch nicht mehr erreichbar. Es bestehe aber keine Gefahr, teilten die Kantonspolizeien weiter mit.

«Denkbar schlechtes Szenario»

In den Kantonen St.Gallen, Thurgau und beiden Appenzell fielen die Notfallnummern 112, 117, 118 und 144 aus. In Graubünden war die Polizei (117) und die Sanität (144) nicht per Notruf erreichbar. «Personen, die derzeit Hilfe brauchen, sollen sich zur nächsten Polizeistation oder zum nächsten Feuerwehrdepot begeben», sagt Florian Schneider, Mediensprecher der St.Galler Kantonspolizei. Der Ausfall der Notfalltelefonie sei ein «denkbar schlechtes Szenario». «Zum Glück kann die Polizei dank Funk gut weiterarbeiten. Es ist für die Leute einfach sehr schwierig, uns zu erreichen.»

Die Polizei war in vielen Kantonen über die Hauptposten erreichbar. Die Feuerwehr konnte über die Magazine kontaktiert werden. Es bestand ferner die Möglichkeit, die Sanität per Mobiltelefon zu erreichen. Die Nummern waren via Alert Swiss abrufbar.

Grund war eine Störung der Swisscom, auch die Festnetztelefonie war betroffen. Gegen 8 Uhr konnte das Problem behoben werden.

Axenstrasse nach Felssturz gesperrt

Auf der Axenstrasse ereignete sich am Donnerstagabend ein Steinschlag. Zwischen Flüelen und Sisikon im Kanton Uri musste die Axenstrasse gesperrt werden. Die Überwachungsinstrumente stellten gegen 20 Uhr Geländebewegungen im Bereich «Gumpisch» fest.

Diese Bewegungen führten zu Aufschlägen von Steinen in den Schutznetzen oberhalb der Axenstrasse, wie die Kantonspolizei Uri mitteilte. Es seien keine Personen verletzt und weder die Strasse noch die Brücke beschädigt worden.

(sda/red.)

Quelle: sda
veröffentlicht: 9. Juli 2021 03:55
aktualisiert: 9. Juli 2021 10:24