HSG als regionaler Wirtschaftsfaktor

René Rödiger, 7. September 2015, 13:48 Uhr
Blick ins Audimax der Universität St.Gallen.
Blick ins Audimax der Universität St.Gallen.
© Keystone/Gaetan Bally
Die Universität St. Gallen (HSG) sieht sich mit einer Wertschöpfung von jährlich 200 Millionen Franken als bedeutenden Wirtschaftsfaktor für die Region St. Gallen-Appenzell-Bodensee. Aus Platzmangel auf dem Rosenberg will die HSG ins Stadtzentrum expandieren.

In einem am Montag vorgestellten Bericht hat die HSG ihre Bedeutung für die regionale Wirtschaft zum dritten Mal nach 2006 und 2010 dokumentiert. Die regionale Verankerung sei ein zentraler Pfeiler in der Identität der Universität, sagte Prorektorin Ulrike Landfester an der Jahresmedienkonferenz.

Mit Weiterbildungen, Seminaren und anderen Veranstaltungen generierte die HSG im Jahr 2013 rund 33'500 Übernachtungen in der Region - knapp ein Fünftel der Logiernächte. Dozentinnen und Dozenten bringen ihr Wissen in regionale Firmen ein, etwa Helvetia, Migros, Raiffeisen, Olma Messen oder St. Galler Kantonalbank.

Förderung von Start-ups

Zudem fördert die HSG die Gründung von Unternehmen. Die Einrichtung start-up@HSG führte rund 300 Gründungsberatungen durch. Weitere 100 Projekte wurden zusammen mit der Fachhochschule, der EMPA und der Stadt St. Gallen betreut. In einer Befragung äusserten 8 Prozent der HSG-Studierenden die Absicht, ein Unternehmen zu gründen.

Rektor Thomas Bieger betonte die Vernetzung und das unternehmerische Denken. So finanziert die HSG ihr Jahresbudget von 212 Millionen Franken knapp zur Hälfte selber. Keine andere Schweizer Uni generiere mehr eigene Mittel. Der Wettbewerb im Markt für gute Forschende und Dozierende werde aber immer härter, sagte Bieger.

Im vergangenen Jahr hat die HSG deshalb ihre Marke mit dem Claim (Slogan) "Wissen schafft Wirkung" ergänzt. In der Forschung kämpft die HSG mit zwei neu gegründeten Global Centers um internationale Anerkennung in einzelnen Gebieten wie Käuferverhalten oder Unternehmertum und Innovation.

Expansionspläne

Als führende Wirtschaftsuniversität der Schweiz - mit einem Marktanteil von 38 Prozent der Studierenden in der Grundausbildung - will die HSG expandieren. Voraussichtlich 2017 kommt es zur Volksabstimmung über ein Bauprojekt, mit dem die HSG im Stadtzentrum neuen Raum erhalten soll.

8300 Studierende, darunter 1500 Anfänger, sind derzeit an der HSG eingeschrieben. Weil der Campus auf dem Rosenberg nur auf 5000 Studierende ausgelegt ist, die Bibliothek gar nur auf 3500, braucht es zahlreiche Provisorien. Dadurch hält die HSG auch Wohngebäude in umliegenden Quartieren besetzt.

René Rödiger
Quelle: sda
veröffentlicht: 7. September 2015 13:48
aktualisiert: 7. September 2015 13:48