HSG-Studis lieben St.Gallen

Fabienne Engbers, 11. Mai 2017, 17:03 Uhr
HSG-Studierende fühlen sich in der Stadt pudelwohl (Archiv).
© KEYSTONE/Regina Kühne
Die St.Galler Studenten sind zufrieden mit ihrer «Studier-Stadt». Rund 80 Prozent der HSG-Studenten wohnen in der Stadt St.Gallen, die meisten davon in einer WG. Die HSGler schätzen vor allem die Altstadt, das Nachtleben hat laut Umfrage noch Verbesserungspotential.

St.Gallen ist eine Studentenstadt. Nebst der Pädagogischen Hochschule und der Fachhochschule trägt vor allem die HSG mit über 8000 Studierenden dazu bei. Dies zeigt sich, wenn von Juni bis September - in den Semesterferien - die St.Galler Strassen von Touristen beherrscht werden, während über das restliche Jahr vor allem junge Leute auf den Strassen unterwegs sind.

Grossteil der HSG-Studenten wohnt in St.Gallen

86 Prozent der Studierenden an der HSG kommen nicht aus der Ostschweiz, sie müssen entweder pendeln oder sich eine Wohnung in St.Gallen suchen. Dies tun rund 90 Prozent der Auswärtigen. Damit sind es rund 6200 Studierende, die von auswärts in die Stadt St.Gallen ziehen.

Laut einer Umfrage, welche die HSG anlässlich ihres alle zwei Jahre erscheinenden Berichts zu den regionalen Effekten durchführte, sind die bei den Studierenden beliebtesten Viertel in St.Gallen das Heiligkreuz und das St.Jakob Quartier. Die HSG Studierenden legen also Wert darauf, zentral zu wohnen.

St.Gallen gefällt den Studierenden

Entgegen der gängigen Meinung scheinen die Studierenden die Stadt St.Gallen sehr zu mögen. Besonders gefällt den Studenten die Sicherheit, die sie in der Ostschweiz erleben. Auch die Altstadt und die Landschaft wirkt sehr positiv auf die Studenten.

«Mir gefallen die Drei Weiern, im Sommer kann man viel unternehmen», sagt Peter aus dem Rheintal. Er ist für sein Studium in die Stadt gezogen. Auch Student Niklas freundet sich langsam mit der Stadt an. «Am Anfang fand ich, es regnet sehr viel hier. Mittlerweile gefällt es mir aber richtig gut», sagt der Luzerner.

Dem Nachtleben fehlt die Würze

Für verbesserungswürdig befanden die Studenten das St.Galler Nachtleben. Die Studenten gehen hauptsächlich am Mittwoch feiern. «Normalerweise findet bei irgendeinem Kollegen eine WG-Party statt und dann geht's weiter ins Elephant oder ins Trischli», sagt Peter aus dem Rheintal. Er war positiv vom Nachtleben überrascht, als er nach St.Gallen zog. «Ich hätte nicht gedacht, dass unter der Woche so viel los ist.»

Offenbar geht das aber nicht allen so. Wer aus grossen Städten wie Zürich oder München nach St.Gallen kommt, vermisst die grosse Auswahl an Nachtclubs und Bars.

Hauptteil wohnt in einer WG

Die St.Galler Studenten wohnen laut der durchgeführten Erhebung gerne in Wohngemeinschaften. Rund die Hälfte aller Studierenden lebt mit Kollegen zusammen. Dies ist fast doppelt so häufig wie der Schweizer Durchschnitt. Demgegenüber wohnen im Vergleich deutlich weniger Studierende im Elternhaushalt oder mit dem Partner/ der Partnerin zusammen. Auch die Nachfrage nach Wohnheimen existiert in St.Gallen kaum.

St.Gallen hat den höchsten Prozentsatz von leerstehenden Wohnungen in der ganzen Schweiz. «Solange die Studierenden dem Einheimischen nicht den Wohnraum klauen, werden Wohnheime nicht benötigt», sagt der Rektor der Universität St.Gallen, Thomas Bieger.

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Mitarbeiter und Dozierende bleiben in der Region

Nebst den Studierenden wohnt auch der Grossteil der Dozenten und Mitarbeiter in der Ostschweiz. Die Universität St.Gallen sieht sich gut verankert in der Region. «Die Dozierenden sind teilweise international vernetzt. Umso schöner ist es zu sehen, dass der Grossteil in der Region sesshaft ist», sagt Thomas Bieger.

Auch der Rektor selbst hat sich hier gut eingelebt. «Ich wohne mit meiner Familie nun schon zwanzig Jahre hier in Rotmonten. Es gefällt uns gut, vor allem der grüne Ring ist sehr schön.»

Wertschöpfung der HSG bleibt hoch

Alle zwei Jahre publiziert die HSG einen Bericht zur regionalen Wertschöpfung der Universität St.Gallen. Aus diesem geht hervor, dass sich die Wertschöpfung, welche die Universität für die Region generiert, vergrössert hat. Dies liegt auch daran, dass die Zahl der Studierenden stetig wächst.

Total hat die HSG im Jahr 2015 237 Millionen Franken an Wertschöpfung generiert, 2013 waren es 207 Millionen Franken. Dies beinhaltet unter anderem die Mieten von Mitarbeitenden und Studierenden, die Logiernächte, welche HSG-Angehörige in der Region verbrachten, wie auch die öffentlichen Vorlesungen, die von der HSG ausgerichtet werden. Laut der Universität werden damit aus jedem Franken, den die öffentliche Hand in die HSG investiert, fünf Franken gemacht.

Fabienne Engbers
Quelle: enf
veröffentlicht: 11. Mai 2017 15:59
aktualisiert: 11. Mai 2017 17:03