«Hurni war ein Visionär»

Angela Mueller, 8. Dezember 2017, 16:20 Uhr
Tagblatt/Reto Martin (Archiv)
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Stadionvater Hans Hurni konnte manchmal grummelig werden. Diese Erfahrung hat Investor Urs Peter Koller mit ihm gemacht. Wann dies der Fall war und was man dagegen tun konnte, erzählt er im Interview.

Er war langjähriger Kantonalbankdirektor, FCSG-Präsident und Verkehrsvereinpräsident. Hans Hurni gehörte zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Region. Am Mittwoch ist er im Alter von 91 Jahren gestorben. Urs Peter Koller (72), ein guter Freund Hurnis, war früher Mehrheitsaktionär des Generalunternehmens HRS. Koller, der «Stadionbauer», hat mit Hurni, dem «Stadionvater», an seiner Seite das Projekt Kybunpark St.Gallen realisiert.

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Wann haben sie Hans Hurni zum letzten Mal gesehen?

Urs Peter Koller: Ungefähr eine Woche vor seinem Tod im Alters- und Pflegeheim Vita Tertia Gossau. Es ging ihm gut. Nie hätte ich gedacht, dass ich heute ein Interview zu seinem Lebenswerk geben muss. Noch bis vor einem Jahr hatte er ja im Penthouse des Hotel Radisson Blu gelebt. Dieses musste er allerdings nach einem Unfall verlassen. Kennengelernt habe ich Hurni vor dreissig Jahren beim Spatenstich des Vita Tertia. Es ist für mich schon irgenwie stimmig, dass dies seine letzte Station war.

Was für ein Mensch war er?

Er war ein Visionär, sehr engagiert und auch sportlich. Er hat viel getan für St.Gallen und er war ein wunderbarer Geschäftsfreund. Meistens war er auch optimistisch und gut gelaunt, einzig wenn Hans Hurni Hunger hatte, konnte er schon ein bisschen grummelig werden. Dann musste man möglichst schnell in ein gutes Restaurant zu gehen.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit bei der AFG-Arena, dem späteren Kybunpark?

Anlässlich eines Mittagessens erzählte mir Hans Hurni, dass das alte Stadion Espenmoos innerhalb von zwei Jahren keine Spielerlaubnis mehr bekommen werde. Da war für uns beide klar, wir müssen eine Lösung finden. Meine Idee, mit Hilfe einer Mantelnutzung durch den Detailhandel, das Stadion zu finanzieren, gefiel ihm sofort. Gesagt, getan, der Startschuss für die Gründung der Stadion St.Gallen AG war gefallen.

Hurni wurde dann Verwaltungsratspräsident der Stadion AG und wurde auch «Stadionvater» genannt. Sie waren mit ihm jahrelang gemeinsam im Verwaltungsrat der Stadion AG. Welche Erinnerungen haben Sie an diese Zeit?

Ich denke sehr gern an viele gute Zeiten zurück. Hurni schätzte es ganz besonders, wenn man zusammen gut essen gehen konnte. Er war ein grosser Gourmet. Noch mit 80 Jahren habe ich mit ihm eine Segeltour in die Ostsee gemacht. Auch wenn das Wetter nicht gerade ideal war, so hat Hurni kaum seine gute Laune verloren. Er war ein bemerkenswerter Mann.

Angela Mueller
veröffentlicht: 8. Dezember 2017 16:20
aktualisiert: 8. Dezember 2017 16:20