«Ich werde heute 10 ¼»

Fabienne Engbers, 28. Februar 2017, 09:27 Uhr
David Hensel wird dieses Jahr 41, oder auch 10 ¼.
David Hensel wird dieses Jahr 41, oder auch 10 ¼.
© zVg
David Hensel steht mit beiden Beinen im Leben. Er wohnt in St.Gallen und arbeitet als Lehrer an einer Kantonsschule. Heute hat er Geburtstag. Aber irgendwie auch nicht. Er ist nämlich am 29.Februar geboren - in einem Schaltjahr. Gar nicht so schlimm sagt er: «Ich habe aus Mitleid viele Geschenke erhalten».

Wenn man David heute Dienstag zum Geburtstag gratuliert, dankt er herzlich. Als ich ihn nach seinem Alter frage, sagt er: «Ich werde 41 - oder 10 ¼». Mittlerweile feiert er seinen Geburtstag, wenn es ihm gerade passt. «Heute hat mein Sohn Schwimmkurs und ich Orchester, deshalb feiere ich dieses Jahr am 1.März Geburtstag.» Früher war das anders.

«Ich weckte die ganze Klasse»

Als Kind wollte David Hensel seinen Geburtstag möglichst genau feiern. Wenn kein Schaltjahr war, dann musste das um Mitternacht zwischen dem 28.Februar und dem 1.März sein. «Manchmal waren wir da im Skilager, dann weckte ich jeweils alle meine Mitschüler punkt zwölf. Die Lehrer konnten mir nicht wirklich böse sein, ich musste ja auch ein bisschen feiern», sagt das Viertel-Geburtstagskind.

«Für mich war es nie ein Nachteil»

Nur alle vier Jahre Geburtstag zu haben, das kann vor allem als Kind ganz schön hart sein. David Hensel fühlte sich aber nie benachteiligt. «Ich fand es noch lässig, ich habe teilweise Geschenke von Arbeitskollegen meines Vaters gekriegt, die Mitleid mit mir hatten, weil ich ja nicht wirklich Geburi hatte.» Insgesamt habe er wohl mehr Geschenke als andere, «normale» Kinder bekommen.

Am 29. gibt es ein grosses Fest

Wenn David Hensel alle vier Jahre einen ganzen Tag Geburtstag feiern kann, gibt es ein grosses Fest. «Mit dem Alter wird das Fest kleiner, aber vor 13 Jahren habe ich meiner Verlobten an meinem Geburtstag einen Heiratsantrag gemacht. Sie hat Ja gesagt, das war ein tolles Geburtstagsgeschenk.»

Eine Verlobung mit sieben Jahren. Kann auch nicht jeder von sich behaupten.

Fabienne Engbers
veröffentlicht: 28. Februar 2017 09:27
aktualisiert: 28. Februar 2017 09:27