Im Lift gefangen wegen Stromausfall

Laurien Gschwend, 23. Mai 2017, 16:54 Uhr
FM1Today-Redaktorin Lara Aberhalden war am Dienstagmorgen im Lift eingeschlossen. (nachgestelltes Bild)
© FM1Today
Aufgrund des Stromausfalls vom Dienstagmorgen steckte FM1Today-Redaktorin Lara Abderhalden auf dem Weg zur Frühschicht eine gefühlte Ewigkeit im Lift fest - ohne Licht und Handyempfang.

Der Lift ist für Lara Abderhalden ohnehin nicht ein Raum, in dem sie sich sonderlich wohl fühlt. Als am Dienstagmorgen der Strom ausfiel und die deshalb auf dem Weg in die FM1Today-Redaktion im Lift stecken blieb, wurde eine ihrer Horrorvorstellungen Tatsache. Mehrere Male betätigte sie den Alarmknopf, doch es passierte nichts.

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«Ich war richtig verzweifelt und hatte Panik. Da ich keinen Handyempfang hatte, polterte ich immer wieder an die Türen und schrie um Hilfe. Die Zeit im Lift fühlte sich an wie eine Ewigkeit.» Nach rund sieben Minuten war sie «gottenfroh», als sich die Türen von selber wieder öffneten und sie ihr «Gefängnis» verlassen konnte.

Sieben Minuten sind nicht aussergewöhnlich

Die St.Galler Niederlassung der Schindler Aufzüge AG hatte am Dienstagmorgen aufgrund des Stromausfalls einiges zu tun. «Unsere Servicetechniker haben sich etwa 15 Fälle angesehen», sagt Technikleiter Walter Meier auf Anfrage. Komme es zu einem Stromunterbruch, könne es schon einmal sein, dass man bis zu einem ersten Gespräch sieben Minuten im Lift ausharren müsse. «In solchen Fällen hat unsere Zentrale viel zu tun.»

«Es kommt immer jemand»

Bleibe man im Lift stecken, sei es wichtig, Ruhe zu bewahren, den Alarm abzusetzen und abzuwarten. «Es kommt immer jemand zur Hilfe.» Auch bei einem Stromausfall. Für solche Fälle hätten die Lifte Notstrom. Entgegen der Befürchtung vieler sei es auch nicht möglich, in einer Liftkabine zu ersticken. «Davor muss man keine Angst haben. Es können locker mehrere Personen gemeinsam in einem Lift warten, bis sie rausgelassen werden. Nur, wenn sie rauchen, wird es problematisch.»

Bei neueren Liftanlagen sei es möglich, mit der Notrufzentrale in Kontakt zu treten. «Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Callcenter beruhigen die Leute dann und versuchen, ihnen die Platzangst zu nehmen.» Zusätzlich werde der Zentrale direkt der Standort des Lifts übermittelt. Bei älteren Anlagen werde eine Hupe ausgelöst.

Stress-Situation für Techniker

Stecke jemand im Lift fest, sei dies die erste Priorität der Servicetechniker. «Sie lassen dann alles liegen und suchen die betroffene Anlage schnellstmöglich auf», versichert Meier. Dies stelle für sie durchaus eine Stress-Situation dar, vor allem nachts. «Glücklicherweise werden sehr selten Menschen im Lift eingeschlossen.»

Betroffen vom Stromausfall waren auch einige Betriebe. Unter anderem die Brauerei Schützengarten. Mehr dazu gibt es hier.
Laurien Gschwend
Quelle: lag
veröffentlicht: 23. Mai 2017 16:45
aktualisiert: 23. Mai 2017 16:54