Polizei klärt auf

Ist der Blowjob beim Autofahren erlaubt?

Sandro Zulian, 22. Juli 2022, 12:49 Uhr
Er ist Gegenstand unzähliger Filmszenen: der Blowjob beim Autofahren. Eben erst wurde auf den Strassen St.Gallens ein solcher Fall beobachtet. Doch ist das überhaupt erlaubt? Nicht einmal die Kantonspolizei St.Gallen weiss darauf eine eindeutige Antwort.
Ein Mann entspannt sich im Auto. Solange dieses steht, ist (fast) alles erlaubt.
© Getty

«Es war ein silberner Peugeot. Die Beifahrerin bückte sich immer wieder zum Schoss des Fahrers und ich wusste genau, was dort vorgeht», sagt FM1-Morgenshow-Moderatorin Katerina Mistakidis. Die Hände des Mannes fuhren immer wieder durch die Haare der Frau, während er ihren Kopf bewusst zu seinem Schritt führte. «Hätte ich es nicht mit meinen eigenen Augen gesehen, hätte ich nicht gedacht, dass es das gibt.»

Nach der Beobachtung war sie nicht nur absolut schockiert über so viel Fahrlässigkeit, sondern auch neugierig. Ist «Fellatio», oder auch «Coitus per Os» – so die beiden lateinischen Fachbegriffe – beim Autofahren überhaupt erlaubt?

«Nicht explizit verboten»

Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, ist hörbar belustigt ob der Anfrage von Radio FM1, muss aber im gleichen Atemzug zugeben: «Im Gesetz steht nicht, dass die orale Befriedigung während des Autofahrens explizit verboten ist.» Gleich verhalte es sich allerdings auch beim Pizzaessen, beim Rauchen oder beim Bedienen des Navigationsgeräts im Auto. «Es ist noch lange nicht gesagt, dass alles, was nicht verboten ist, auch erlaubt ist.» Explizit im Gesetz verboten ist beispielsweise bis dato nur das Telefonieren mit der Hand am Hörer.

Musste ab der Anfrage ein bisschen lachen: Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen
© Kapo SG

Entzug des Führerausweises droht

«Würde eine Patrouille der Kantonspolizei den genannten Fall beobachten, dann würden wir diese Personen selbstverständlich anhalten», sagt Krüsi. Denn bei der Beobachtung von Katerina Mistakidis fiel auch auf, dass das Auto in der 60er-Zone lediglich 40 fuhr, hinzu kamen Schlangenlinien und eine unsichere Fahrweise. «Je nach Fall wird die Person gebüsst und verzeigt. Das kann bis hin zum Entzug des Führerausweises reichen», sagt Krüsi. Nach der Anzeige wird nämlich die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen.

Grundsätzlich gelte: Alles, was ablenkt, kann geahndet werden. «Man muss das Auto jederzeit so im Griff haben, dass man reagieren kann. Dass man hier nicht konzentriert sein kann, ist klar.»

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 22. Juli 2022 10:43
aktualisiert: 22. Juli 2022 12:49
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