Jetzt werden Hundehalter in Thal gebüsst

Christoph Thurnherr, 10. Mai 2019, 14:57 Uhr
Die Leinenpflicht im Bisewäldli wird gerne missachtet.
Die Leinenpflicht im Bisewäldli wird gerne missachtet.
© Kurt Latzer / Rheintal
Weil sich Hundehalter im Staader Naturschutzgebiet nicht an die Leinenpflicht halten, hat die Gemeinde Thal einen Sicherheitsdienst beauftragt. Dieser darf die fehlbaren Hundehalter ermahnen und Bussen verteilen.

Das Staader Naturschutzgebiet Bisewädli ist ein beliebtes Ausflugsziel. Es sind die letzten Meter des alten Rheins, bevor er in den Bodensee mündet. Die Grenze zu Österreich liegt in der Mitte des Gewässers. Im Naturschutzgebiet steht auch ein Beobachtungsturm. Der ist dazu gedacht, die ansässigen Fische und Vögel zu beobachten. Die Chancen stehen aber auch nicht schlecht, einen freilaufenden Hund zu entdecken, obwohl in allen Naturschutzgebieten der Gemeinde Thal die Leinenpflicht gilt. Das soll sich nun ändern. «Bis jetzt waren wir zurückhaltend», sagt Christoph Geiger, Gemeindeschreiber von Thal. Es gebe jedoch einfach unbelehrbare Personen. Um die Einhaltung der Leinenpflicht durchzusetzen, wurde deshalb eine private Sicherheitsfirma beauftragt.

40 bis 100 Franken

Das letzte halbe Jahr haben Mitarbeiter der Gemeinde noch selbst Kontrollgänge im Bisewäldli gemacht. Der Aufwand dafür ist aber zu gross. Die Aufgabe wurde deshalb komplett an eine Sicherheitsfirma ausgelagert. «Sie ist von der Gemeinde dazu berechtigt, Bussen zu verteilen. Aber erst im Wiederholungsfall», sagt Geiger. Vorher sollen die Hundehalter ermahnt werden. Die Sicherheitsleute werden sporadisch im Naturschutzgebiet unterwegs sein und Bussen zwischen 40 und 100 Franken verteilen. Der Gemeinderat hofft, das Problem so in den Griff zu bekommen.

Hohe Mehrkosten für Steuerzahler

Dass es sich um ein reales Problem handelt, zeigt der Artikel von Rolf Latzer im «Rheintaler». Innerhalb kurzer Zeit stellte er zwei Hundehalter fest, die sich nicht an die Leinenpflicht hielten, einer von ihnen reagierte ungehalten auf den Hinweis Latzers. Auch deswegen könnte sich der Sicherheitsdienst lohnen. Obwohl er im Jahr 2'500 Franken kostet. Einen Teil kann wohl durch die Bussen gedeckt werden. Zuvor wurden laut Geiger aber auch noch andere Möglichkeiten geprüft. Ein Teil des Bisewäldlis liegt auch auf Rheinecker Gebiet, dort kontrolliert eine Privatperson im Auftrag der Gemeinde. «Diese wollte das aber nicht für uns übernehmen, sondern nur den Teil in Rheineck kontrollieren», sagt Geiger. Aufgrund der Bussen dürften im ganzen Gebiet des alten Rheins aber bald weniger freilaufende Hunde zu sehen sein.

Christoph Thurnherr
Quelle: thc
veröffentlicht: 10. Mai 2019 14:40
aktualisiert: 10. Mai 2019 14:57