9000 Fälle in St.Gallen

Käuferin eines gefälschten Covid-Zertifikats: «Wollten uns nicht impfen lassen»

5. Mai 2022, 20:07 Uhr
Wer während der Corona-Pandemie am öffentlichen Leben teilhaben wollte, musste es haben: das Covid-Zertifikat. Doch nicht alle holten sich dieses auf ehrliche Weise. Eine Käuferin eines Fake-Zertifikats packt aus.
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Quelle: tvo

Wer während der Corona-Pandemie kein Covid-Zertifikat vorweisen konnte, wurde vielerorts abgewiesen. Wer sich nicht impfen oder testen lassen wollte, wurde vom öffentlichen Leben praktisch ausgeschlossen. Dies rief Fälscher auf den Plan, die Fake-Zertifikate verkauften – vor allem in der Ostschweiz. Allein im Kanton St.Gallen wurden mehrere tausend Fälschungen sichergestellt. Die Käufer der falschen Zertifikate zahlen nun den Preis. Mehrere von ihnen wurden mit Strafbefehlen wegen Urkundenfälschung verurteilt.

Gefälschtes Zertifikat nie benutzt

Eine der ersten, die wegen eines gefälschten Zertifikats verurteilt wurde, ist L. H*. Sie erwarb die Fälschung im Ausland. Gegenüber TVO nimmt sie Stellung. «Für uns war klar, dass wir uns nicht impfen lassen wollen», erklärt sie. Für sie war ebenfalls klar, dass es mit Sicherheit jemanden gebe, der dafür eine Lösung anbiete – und sie wurde auch fündig. Mit dem Eintrag im Impfbüchlein konnte sie sich einfach ein Zertifikat erschleichen. Gebraucht habe sie das Zertifikat aber nie, betont L.H. Sie wollte einfach auf Nummer sicher gehen.

Dies kommt die Ostschweizerin nun teuer zu stehen. Sie ist nun vorbestraft und muss knapp 2000 Franken an Bussen und Gebühren bezahlen. Hinzu kommt, dass die Fälschung auch nicht billig war. Wie tief sie dafür in die Tasche greifen musste, will sie allerdings nicht verraten.

9000 falsche Zertifikate: Verfahren laufen

L.H. ist allerdings nicht die einzige. Alleine in der Ostschweiz wurden fast 9000 Fälschungen entdeckt. Diesen Personen droht nun ebenfalls das Schicksal von L.H. In den meisten Fällen laufen die Verfahren noch. Wie die Staatsanwaltschaft St.Gallen gegenüber TVO erklärt, laufen zudem noch etwa 20 Verfahren gegen Personen, die mutmasslich Zertifikate gefälscht oder Fälschungen vermittelt haben.

*Name der Redaktion bekannt.

(red.)

Quelle: TVO
veröffentlicht: 5. Mai 2022 20:38
aktualisiert: 5. Mai 2022 20:38
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