Karfreitag-Rekord: 14 Kilometer Stau vor dem Gotthard

Fabienne Engbers, 14. April 2017, 20:18 Uhr
Reisende Richtung Süden mussten sich am Karfreitag so lange gedulden wie noch nie: Der Stau am Gotthard erreichte mit 14 Kilometern Rekordlänge für diesen Feiertag. Die Wartezeit betrug zweieinhalb Stunden. Gleich zwei Unfälle auf der A3 sorgten in der Ostschweiz zusätzlich für Verkehrschaos.
Oster-Stau vor dem Gotthard-Nordportal
© Keystone/Alexandra Wey

Wer in den Süden wollte, brauchte erstmal viel Geduld. Denn weil an vielen Alpenpässe noch Wintersperre besteht, sind die Wege in den Süden eingeschränkt und die Autoreisenden drängen sich durch den Gotthard- oder den San-Bernardino-Tunnel.

14 Kilometer Stau am Gotthard

Die ersten Blechschlangen am Gotthard bildeten sich bereits am Vortag um 6 Uhr früh. Seither hat sich gemäss dem Verkehrsinformationsdienst Viasuisse der Stau nicht mehr aufgelöst. Am kürzesten war der Stau gegen halb vier Uhr am Freitagmorgen mit vier Kilometern und 45 Minuten Wartezeit.

Bereits um 6.30 Uhr am Freitagmorgen war die Blechlawine vor dem Gotthard-Nordportal dann 14 Kilometer lang. Dies sei ein Rekordwert für einen Karfreitag, bestätigte Angela Pasquariello von Viasuisse gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Erst gegen 16 Uhr wurden die Kolonnen langsam kürzer. Um 20 Uhr war die Strecke schliesslich wieder frei befahrbar.

San Bernardino zwischenzeitlich gesperrt

Auch auf den Alternativrouten mussten sich die Autofahrer gedulden. Auf der A3 Richtung Chur standen Reisende bis um 12 Uhr ab Niederurnen bis zum Kerenzerberg-Tunnel wegen eines Unfalls über eine Stunde im Stau. Auf der San-Bernardino-Route betrug der Zeitverlust ab Chur bis zum San-Bernardino-Tunnel eine Stunde. Zudem musste der San-Bernardino-Tunnel wegen eines Pannenfahrzeuges vorübergehend gesperrt werden. Am frühen Abend hat sich der Stau aufgelöst.

Auch die Zufahrt zum Grossen St. Bernhard war am Freitag verstopft mit Wartezeiten von bis zu 45 Minuten. Wer über den Mont-Blanc-Tunnel auswich, stand indes zwei Stunden im Stau. Auf vielen Alpenpässen besteht noch Wintersperre, weshalb die Wege in den Süden eingeschränkt sind.

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Gleich zwei Unfälle auf der A3

Gleich zwei Unfälle machten die A3 zum Sorgenkind des Karfreitags. Am frühen Nachmittag hat es auf der A3 bei Murg einen Unfall gegeben, der zu Rückstau führte. Inzwischen hat sich der Stau jedoch wieder aufgelöst. Laut viasuisse musste die Überholspur zwischenzeitlich gesperrt werden.

Am Vormittag geschah bereits ein Unfall an der praktisch identischen Stelle, auf der A3 bei Niederurnen. «Vier Fahrzeuge sind im Tunnel ineinander gekracht», sagt Kurt Baumgartner, Mediensprecher der Kantonspolizei Glarus. Verletzte gab es keine, die Bergung der Unfallfahrzeuge ist abgeschlossen. «Da der Unfall im Tunnel passiert ist, gab es relativ schnell einen Rückstau», sagt Kurt Baumgartner weiter. Aufgrund des dichten Osterverkehrs musste weiter mit Verkehrsproblemen gerechnet werden.

Selbstunfall auf der A13 wegen Schwächeanfall

Kurz nach 9 Uhr kam es auf der A13 beim Anschlusswerk Bad Ragaz zu einem Unfall. Der 57-jährige Unfallverursacher gab an, während der Fahrt einen Schwächeanfall erlitten zu haben, weshalb sein Auto im Bereich der Ausfahrt Bad Ragaz auf die Sperrfläche geriet und anschliessend gegen die Ausfahrtstafel prallte. Danach befuhr das Auto das Wiesland und schrammte über mehrere Meter auf der Rückseite der Leitplanke entlang, bevor es zum Stillstand kam.

Durch den Unfall bildet sich im Osterverkehr Richtung Süden erheblicher Rückstau von mehreren Kilometern Länge, da zur Bergung des Fahrzeuges ein Fahrstreifen gesperrt werden musste. Der 57-Jährige wurde vom Rettungsdienst ins Spital überführt, teilt die Kantonspolizei St.Gallen mit. Am Auto und der Strassenanlage entstand ein Sachschaden von über 60‘000 Franken.

Beim Selbstunfall auf der A13 entstand Sachschaden von über 60'000 Franken
© Kantonspolizei St.Gallen

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Fabienne Engbers
Quelle: SDA/red.
veröffentlicht: 14. April 2017 09:34
aktualisiert: 14. April 2017 20:18
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