Kinder bringen Leben ins Seniorenheim

Claudia Amann, 15. Januar 2017, 19:43 Uhr
Hin und wieder drehen die Kinder mit den Rollatoren der Senioren ihre Runden.
Hin und wieder drehen die Kinder mit den Rollatoren der Senioren ihre Runden.
© (FM1Today)
Dieses Projekt in Rorschacherberg ist schweizweit einzigartig: Im Altersheim PeLago kommen regelmässig Kinder zu Besuch. Der Generationentreff führt zu Freude auf beiden Seiten.

Man hört helles Lachen und lautes Gekicher: Im Altersheim PeLago spielen Kinder gemeinsam mit Rentnern und haben es zusammen lustig. Einmal im Monat treffen sich die Senioren mit den Kindergärtlern im Altersheim oder im Kindergarten und verbringen Zeit miteinander.

Die Treffen tun beiden Generationen gut. «Es ist erfreulich, wie die Kinder heutzutage erzogen werden», sagt der 84-jährige Altersheimbewohner Hans Müller. «Die Fröhlichkeit und ihre Aufgestelltheit ist schön», meint die 88-jährige Luisa Wallner. Neben Basteln und Spielen singen und schunkeln die Kleinen auch gemeinsam mit den Älteren.

Vorbildlicher Generationentreff

Die Idee für das Projekt hatte Natasa Ivanov. Sie ist als Fachfrau für Alltagsgestaltung und Aktivierung tätig und hat das Thema der Generationen-Zusammenführung für ihre Diplomarbeit aufgegriffen.

«Früher gab es Mehrgenerationenhäuser, heute lebt jeder für sich», sagt sie. «So ein Altersheim sollte kein Ort für sich allein sein, es sollte auch in der Gesellschaft integriert werden.»

In Rorschacherberg ist es das mit grossem Erfolg. Schon beim ersten Treffen sei der Funke über gesprungen. «Die Senioren sind plötzlich ohne Rollator gelaufen - da habe ich gemerkt, wie gut ihnen das Treffen mit den Kindern tut», resümiert Natasa Ivanov.

Gelebte Menschlichkeit

Die weiteren Treffen stehen schon fix im Terminkalender des Altersheims und des Kindergartens. Und immer mehr Senioren melden sich für den besonderen Morgen mit den Kindern an. Das ist auch eine grosse Bestätigung für die Heimleitung. «Über die Begegnung mit den Kindern hinaus bringen die Treffen wirklich Leben ins Haus», bestätigt auch Heimleiterin Ingrid Markart. Ein Bub, der schon eingeschult wurde, komme auch weiterhin vorbei. «Das ist die Bindung und die Menschlichkeit, die ich suchte», freut sich Markart.

(red.)

TVO war bei einem Generationentreff dabei

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Claudia Amann
veröffentlicht: 15. Januar 2017 19:37
aktualisiert: 15. Januar 2017 19:43