Rorschach

Kinder sollen mit «Handgranaten» und «Sturmgewehren» spielen

2. Oktober 2019, 15:04 Uhr
Die OG Rorschach bietet ein Kinderprogramm an
Kinder können am Fest der Offiziersgesellschaft Rorschach mit Laser-Sturmgewehren zielen.
© Symbolbild: iStock
Die Offiziersgesellschaft Rorschach feiert Jubiläum und bietet ein Kinderprogramm mit Handgranatenwerfen und Sturmgewehr-Zielschiessen an. Ein Kinderarzt sieht solche Bezeichnungen kritisch.

Rote Bälle, die als Handgranaten bezeichnet werden, Sturmgewehre mit Laser, Schutzwesten anprobieren und Tarnen mit dem Tarnstift: Das ist das Kinderprogramm der Offiziersgesellschaft Rorschach (OG Rorschach), wie das «St.Galler Tagblatt» berichtet.

Sie feiert das 75-Jahr-Jubiläum und hat am 5. Oktober einen Grossanlass zum Thema Sicherheit organisiert. Wie das «Tagblatt» schreibt, scheine es, als wolle die Schweizer Armee schon bei den Kleinsten mit Rekrutierungsversuchen beginnen. Dem widerspricht Cornel Fürer, Vizepräsident der OG.

Nur Laser, keine Schussgeräusche

Ihnen sei klar gewesen, dass es Leute geben werde, die negativ auf den Anlass reagieren könnten. Deswegen habe man versucht, das Thema Militär abzuschwächen und das Thema Sicherheit gewählt. 

Fürer betont, die Formulierung der Spiele sei nicht wörtlich zu nehmen. Es handle sich bei den «Handgranaten» um rote Bälle, die in einen Eimer geworfen werden. Die Sturmgewehre geben keine Schussgeräusche ab, sie seien mit Lasern ausgestattet.

«Kann Aggressionen wecken»

Der Herisauer Kinderarzt Slavko Mirjanic findet es völlig unpassend. Er habe bei vielen Kindern, die vermehrt mit Spielzeugpistolen spielen würden, beobachtet, dass es Aggressionen wecke und zu Gewaltausbrüchen führen könne. 

Kinder würden negativ auf das Umfeld und andere Kinder reagieren – er rät davon ab, militärische Bezeichnungen zu verwenden. Er sagt, das führe im später zu Verhaltensauffälligkeiten.

Die OG Rorschach hält am Programm fest, die Jugendlichen und Kinder unter 16 müssen in Begleitung eines Erziehungsberechtigten sein, um teilzunehmen. Zudem sagt Fürer, das man niemanden vor den Kopf stossen wolle. 

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 2. Oktober 2019 14:52
aktualisiert: 2. Oktober 2019 15:04