Kleinflugzeug in den Bodensee gestürzt

Dumeni Casaulta, 8. August 2017, 18:57 Uhr
Am Dienstagmittag stürzte ein Kleinflugzeug bei der Insel Mainau in den Bodensee. Die grosse Suchaktion musste unterbrochen werden. Die zwei Personen an Bord haben nicht überlebt. Augenzeugen reden von einem «lauten Knall» .

Rund 500 Meter nördlich von der Insel Mainau ist am Dienstagmittag ein einmotoriges Geschäftsreiseflugzeug, offenbar des Typs Piper Malibu Mirage, in den Bodensee gestürzt. Das Flugzeug knallte senkrecht auf das Wasser. «Mit Überlebenden ist nicht zu rechnen», sagt der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Konstanz, Bernd Schmidt. «Aufgrund der aufgefundenen Trümmerteile und der vorgefundenen Spuren an der Unglücksstelle gehen wir davon aus, dass die Flugzeuginsassen den Absturz nicht überlebt haben.» Unter Anderem hat die Polizei Leichenteile gefunden.

Unterbrechung der Suchaktion

«Aufgrund der Witterung sind zwischenzeitlich die Suchmaßnahmen nach dem in den Bodensee abgestürzten Flugzeug vorläufig abgebrochen worden», schreibt die Polizei Konstanz. Die Absturzstelle konnte von der Wasserschutzpolizei noch im Lauf des Nachmittags eindeutig festgestellt werden. Mit einem Tauchroboter und in Zusammenarbeit mit Unterstützung des Seenforschungsinstituts Langenargen konnten erste Wrackteile in rund 50 Meter Tiefe lokalisiert werden. Ein Vertreter der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) ist bereits an der Unglücksstelle eingetroffen und hat seine Untersuchungen in Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden aufgenommen.

Erste Entscheidungen am Mittwochmorgen

Erst im Laufe des morgigen Tages wird darüber entschieden, wie und von wem die Bergungsarbeiten durchgeführt werden. Laut eines Vertreters der Unteren Wasserbehörde gehen aufgrund der bisher ausgetretenen Menge an Betriebsstoffen keine Umweltgefahren aus. Nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen dürfte es sich bei dem Piloten um einen 74-jährigen Schweizer handeln, die Identität der zweiten Person an Bord ist bislang nicht geklärt.

Augenzeuge: «Ein lauter Knall auf dem Wasser»

Das Flugzeug ist nach dem Absturz sofort gesunken. Ein Augenzeuge, der anonym bleiben will, schildert die Situation wie folgt: «Ich war draussen, hörte etwas seltsames am Himmel und dann sah ich die Maschine senkrecht im Steiltrudeln auf das Wasser donnern. So, wie dieses Flugzeug aufgeschlagen hat, konnte niemand überleben. Es zerschellte mit einem lauten Knall auf dem Wasser.»

Das Flugzeug war von Zürich nach Hamburg unterwegs. An Bord war der Pilot plus ein Fluggast. Zur Identität kann die Polizei noch nichts sagen, wie Bernd Schmidt erklärt:

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Spekulationen kursieren, dass es sich bei dem Piloten um einen Schweizer handelt. Laut «20 Minuten» gehört das Kleinflugzeug drei Schweizer Piloten. Einer von ihnen bestätigte gegenüber «20 Minuten», dass am Dienstag einer der Mitbesitzer mit dem Flugzeug nach Hamburg fliegen wollte. Er habe einen Anruf bekommen, der nichts Gutes bedeutet: «Die Flugsicherung hat sich bei mir gemeldet, dass sie unser Flugzeug verloren haben», sagt der Mann. Er wolle aber nichts über den Piloten sagen, bis es sicher sei, dass es sich beim abgestürzten Flugzeug um seines handle. Was er jedoch betonte: «Er ist sehr erfahren.»

Bergung des Wracks könnte Tage dauern

Unter anderem sind Rettungstaucher im Einsatz. Die Bergung des Flugzeugwracks könnte mehrere Tage beanspruchen, denn das Wrack ist für normale Taucher in dieser Tiefe nicht zugänglich. Ein Tauchroboter ist im Einsatz.

Plötzlich von Radar verschwunden

Das Kleinflugzeug soll sich auf einem Instrumentenflug befunden haben und sei plötzlich vom Radar der Flugsicherungsgesellschaft Skyguide verschwunden. Zeugen haben offenbar ungewöhnliche Flugbewegungen beobachtet, es ist auch von Kunstflugmanövern die Rede.

(red/lak)

 

Dumeni Casaulta
veröffentlicht: 8. August 2017 13:19
aktualisiert: 8. August 2017 18:57