Knatsch auf dem Bodensee

René Rödiger, 27. Mai 2017, 09:55 Uhr
Die Schweizer fühlen sich ungerecht behandelt.
© Nana do Carmo/St.Galler Tagblatt/Archiv
Die Schweizerische Bodensee-Schifffahrt muss neu fürs Anlegen am deutschen Ufer zahlen. Das sorgt für heftigen Unmut bei den Schweizern. Sie vermuten eine Retourkutsche.

Wie das «St.Galler Tagblatt» berichtet, habe die deutsche Bodensee-Schiffsbetriebe GmbH (BSB) eine Kostenaufstellung präsentiert. Die Schweizerische Bodensee Schifffahrt (SBS) müsse demnach in der Saison 2017 rund 22'000 bis 54'000 Euro zahlen.

Erich Hefti, Oberkapitän der SBS, sagt, dass dies einzigartig rund um den Bodensee sei. Laut Gesetz dürfe keine Gebühr für das Anlanden erhoben werden: «So etwas hat es noch gar nie gegeben, nie in all den Jahrzehnten, in denen die vier hiesigen Schifffahrtsgesellschaften unterdessen zusammenarbeiten.»

Als Grund für die Gebühr gibt die BSB die anfallenden Kosten für den Hafenmeister und die Nutzung der Infrastruktur an. Hefti geht davon aus, dass dies eine Reaktion auf den neuen Kurs nach Konstanz sei: «Die BSB hat sogar kommuniziert, dass wir nicht willkommen sind. Die genauen Worte waren: ‹Wir wollen keine Konkurrenz.›»

Die SBS will die neue Gebührenabrechnung nun genau überprüfen. Zudem hat der Verwaltungsrat vor, den Austritt aus der Vereinigten Schifffahrtsunternehmen für den Bodensee und Rhein (VSU) zu geben.

René Rödiger
Quelle: red.
veröffentlicht: 27. Mai 2017 09:55
aktualisiert: 27. Mai 2017 09:55