Ostschweiz

Knatsch um Hotelkrippe GmbH von Sarah Bösch

Pflichten missachtet?

Mitarbeiter erhebt schwere Vorwürfe – Knatsch um Kinderkrippe von Sarah Bösch

· Online seit 09.07.2024, 19:14 Uhr
Sarah Bösch ist mal wieder in den Schlagzeilen. Nicht als Politikerin, sondern in ihrer Funktion als Geschäftsführerin der Hotelkrippe St.Gallen. Es geht um arbeitsrechtliche Fragen – und eine Straftat, die einem Mitarbeiter vorgeworfen wurde.

Quelle: TVO

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Eine Kündigung unter mutmasslich fragwürdigen Umständen, Vorwürfe wegen sexuellen Handlungen an einem Kind und ein Streit um die Einhaltung von Mindeststandards am Arbeitsplatz: Die Geschichte, die sich rund um die Hotelkrippe GmbH in St.Gallen abspielt, ist undurchsichtig und von zahlreichen Behauptungen geprägt, für die es keine Beweise gibt.

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Mittendrin ist Sarah Bösch. Die Politikerin hatte bereits in der Vergangenheit immer wieder von sich reden gemacht – und hinterliess dabei nicht immer das beste Bild. Die ehemalige SVP-Politikerin kandidiert aktuell für das Gemeindepräsidium von Balgach, doch die Schlagzeilen drehen sich um sie in ihrer Funktion als Inhaberin und Geschäftsführerin der Hotelkrippe GmbH.

Zur Auflösung des Vertrags gedrängt?

In der Kinderkrippe wurde im Juni 2023 das Arbeitsverhältnis mit einem Mitarbeiter im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst. So weit, so normal. Hintergrund dafür war der Verdacht, der 21-jährige Betreuer habe ein dreijähriges Kind bei der Arbeit auf sexuelle Art im Intimbereich berührt.

Die Eltern zeigten den Mann daraufhin an, die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren jedoch en, da sich der Verdacht nicht erhärtet. Seinen Job war der 21-Jährige trotzdem los – und erhebt nun Vorwürfe gegen die Krippenleitung. Er gibt zwar zu, das entsprechende Papier zur Auflösung des Vertrags unterschrieben zu haben, stellt sich aber auch den Standpunkt, er sei dazu gedrängt worden und in der Situation überfordert gewesen. Ausserdem kreidet er der Krippenleitung an, dem Verdacht der sexuellen Handlungen gegenüber dem Kind nicht nachgegangen zu sein.

In einem Artikel der Gewerkschaftszeitung «Work» macht der ehemalige Mitarbeiter der Krippenleitung schwere Vorwürfe. Nicht nur die Auflösung seines Arbeitsverhältnisses –  für die er nach Einschalten seines Anwalts mit eineinhalb Monatslöhnen entschädigt wurde – sei fragwürdig abgelaufen, auch die Arbeitsbedingungen seien nicht berufskonform.

So sei die Krippe personell oft unterbesetzt gewesen, was es unmöglich gemacht habe, den Kindern wirklich gerecht zu werden. Im «Tagblatt» wird eine weitere ehemalige Mitarbeiterin zitiert, welche diese Darstellung bestätigt: «Eine Praktikantin war zwei Tage lang mit 18 Kindern allein. Solche Dinge kamen andauernd vor.»

Kinderkrippe sieht sich im Recht

Sarah Bösch selbst äussert sich nicht direkt zu den Vorwürfen. Das tut ein Anwaltsbüro für sie. Im Schreiben, das TVO vorliegt, heisst es, man habe mit Bedauern festgestellt, dass ein ehemaliger Mitarbeiter «unvermittelt und grundlos in der Öffentlichkeit Halbwahrheiten und Vorwürfe gegen uns verbreitet».

Bezüglich des aufgelösten Arbeitsverhältnisses habe man eine «gütliche Einigung» erzielt. Auch an den Vorwürfen der konstanten Unterbesetzung sei nichts dran. Selbstverständlich halte die Hotelkrippe die vorgegebenen Betreuungsschlüssel ein. Es könne natürlich sein, dass es zu krankheitsbedingten Ausfällen während einer Grippewelle komme. Diese würden jedoch mit «Springern» aufgefangen, nur in Ausnahmefällen sei eine Betreuungsperson dann für eine etwas grössere Kindergruppe verantwortlich.

Im Falle des mutmasslichen sexuellen Übergriffs heisst es im Schreiben der Anwaltskanzlei: «Die Hotelkrippe hat sich damit auseinandergesetzt, Abklärungen getätigt, Gespräche geführt und sich sowohl juristisch als auch pädagogisch beraten lassen.» Bei der Trennung vom Mitarbeiter hätten die Sicherheit und Unversehrtheit der betreuten Kinder im Fokus gestanden.

veröffentlicht: 9. Juli 2024 19:14
aktualisiert: 9. Juli 2024 19:14
Quelle: FM1Today

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