Kommt die Säntis-Fahne je wieder zurück?

Leila Akbarzada, 2. August 2017, 18:36 Uhr
Heute Mittwoch wird die grösste Schweizerfahne vom Säntis genommen. Sie hat für viel Aufmerksamkeit gesorgt, denn sie ist wieder gerissen, wie letztes Jahr. Ob die grösste Schweizerfahne der Welt nächstes Jahr noch einmal am Säntis hängt, ist ungewiss.

Es ist kein 0815-Job, die grösste Schweizerfahne der Welt vom höchsten Berg des Alpsteins herunter zu holen. «Die Herausforderungen sind gross. Die Höhenarbeiter hängen an den Seilen auf der Fahne. Wenn die Fahne nicht an der Wand fixiert ist, geht der Wind darunter, das ist sehr gefährlich für die Arbeiter», sagt Bruno Vattioni, Geschäftsführer der Säntisbahn. Es sei körperlich sehr anstrengend. «Sie müssen die Fahne von unten wieder heraufziehen.»

Windgeschwindigkeiten von 110 km/h

Dieses Jahr wird die Fahne aber nicht in einem, sondern in etwa fünf Stücken abtransportiert, da sie wieder gerissen ist. Die Qualität des Fahnenstoffs sei gut, er sei extra für diese Bedingungen gefertigt worden. Vattioni gibt dem Wetter die Hauptschuld. «Wir hatten leider das typische 1.-August-Wetter mit heftigen Gewittern und Windgeschwindigkeiten von über 110 Stundenkilometern. Das sind einfach gewaltige Kräfte. Wie wir diese bändigen wollen, schauen wir jetzt an.»

Weitere Schritte nach genauer Analyse

Im Verlauf des Nachmittags wird die Fahne mit der Bahn ins Tal hinunter transportiert. Dort wird sie ausgebreitet, «wahrscheinlich wieder auf dem Fussballplatz in Urnäsch». Dann werde das Team begutachten, was kaputt sei, ob man sie überhaupt reparieren könne. «Dann wissen wir mehr.»

Ob es nächstes Jahr wieder eine grosse Fahne am Säntis gibt, ist noch offen. Der Wille ist jedoch da. «Wir haben viele positive Rückmeldungen von Gästen. Wir wollen und können uns deshalb nicht schon geschlagen geben. Man muss nun die Situation genau analysieren. Das Ziel wäre schon, dass wir nicht jedes Jahr eine solche Flick-Aktion haben», sagt Vattioni.

Reaktionen: Ein Kreuz aufmalen?

Die Berichte zur gerissenen 1.-August-Fahne wurden breit kommentiert, unter anderem auf Facebook. Einige Leser betrachteten die Fahne sinnbildlich für den momentanen Zustand der Schweiz, die gespalten und zerrissen sei. «Ich will mit dieser 1.-August-Fahne nichts interpretieren geschweige denn eine Aussage unterstützen», sagt Vattioni dazu.

Und was hält er vom Vorschlag einiger Leser, statt der empfindlichen Fahne einfach ein Kreuz aufzumalen? «Das ist nicht in unserem Sinn. Am 1. August werden Fahnen aufgehängt, und dieser Tradition wollen wir Folge tragen. Malen wäre keine Fahne.» Zudem sei das unmöglich umzusetzen. «Wir haben bereits für diesen einen Tag, an dem die Fahne hängt, etliche Einsprachen erhalten von Menschen, die finden, dass diese Fahne an dem einen Tag die Natur schädige», sagt Vattioni. Ein permanentes Bild wäre daher noch viel schwieriger durchzusetzen.

Werbung

Leila Akbarzada
Quelle: lak
veröffentlicht: 2. August 2017 12:27
aktualisiert: 2. August 2017 18:36