Krawalle

Krawallgeplagtes St.Gallen wendet sich an den Bundesrat

7. April 2021, 17:01 Uhr
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Quelle: FM1Today / TVO

Nach zwei Krawallnächten und dem Ostersonntag, an dem die Polizei mit grossem Aufwand 650 Personen weggewiesen hat, fordert nun die Stadt St.Gallen in einem Schreiben eine nationale Lösung. Denn bereits drohen weitere Ausschreitungen, nicht nur in der Stadt St.Gallen. Und die Polizei stösst an ihre Grenzen.

«Ich bin enttäuscht und verärgert», sagt Sonja Lüthi, Direktionsvorsteherin Soziales und Sicherheit gegenüber TVO. «Wir haben Kenntnis von den neuen Gewaltaufrufen», sagt die Stadträtin. Doch dabei bleibt es nicht. Der Stadtrat St.Gallen hat sich am Mittwoch in einem Schreiben an den Bundesrat gewandt. Die Stadt vertritt die Haltung, dass sie den Unmut der Jugendlichen nicht lokal lösen kann.

Stadt muss auf Antwort warten

«Wir haben nochmals auf unsere herausfordernde Situation aufmerksam gemacht und möchten dem Bundesrat ein klares Zeichen senden, dass es jetzt auf nationaler Ebene wichtig ist, die Bedürfnisse der Jugendlichen bei künftigen Entscheidungen mit einzubeziehen. Der Bundesrat muss die Bedürfnisse der jungen Menschen ernst nehmen.» Nun wartet die Stadt in einer sehr ungemütlichen Lage auf eine Antwort aus Bern.

Die Situation wird im Hinblick auf die kursierenden Gewaltaufrufe auch von der St.Galler Regierung als angespannt eingeschätzt. Zumal gar ein Flächenbrand droht, da dazu aufgerufen wird, auch in anderen Gebieten des Kantons gewalttätig zu protestieren, wie Regierungspräsident Fredy Fässler, Vorsteher des Sicherheits- und Justizdepartements, gegenüber TVO bestätigt.

Polizei kann nicht an verschiedenen Orten gleichzeitig reagieren

«Ich kann nur sagen, die Kantonspolizei beobachtet die Situation. Doch sie ist nicht in der Lage, jedes Wochenende an verschiedenen Orten gleichzeitig solche Krawalle ersticken zu können.» Und er fügt hinzu: «Die Kantonspolizei wird trotzdem versuchen, die Sicherheit zu gewährleisten und sie wird mit allen Mitteln reagieren, die ihr zur Verfügung stehen. Aber die Politik ist ganz klar gefordert, auf die Jugendlichen zuzugehen und zu schauen, ob es nicht einen kreativeren Umgang mit dieser tatsächlich schwierigen Situation gibt.»

Sowohl Lüthi als auch Fässler rufen die Jugendlichen dazu auf, sich von der Gewalt zu distanzieren und den angesagten, gewaltbereiten Protestaktionen fernzubleiben.

(agm)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 7. April 2021 16:53
aktualisiert: 7. April 2021 17:01