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Ostschweiz

Mal mit Maske, mal ohne: So planen Chlausgruppen ihre Hausbesuche

30. November 2021, 09:21 Uhr
Letztes Jahr gab es wegen Corona weder Nüssli für die Lieben noch die Rute für die unartigen Kinder. Dieses Jahr geht der Samichlaus aber wieder auf Hausbesuche. Die Schutzkonzepte variieren je nach Chlausgruppe.
Der Samichlaus und sein Gehilfe sind dieses Jahr wieder zu Besuch bei (un)artigen Kindern. (Archiv)
© /KEYSTONE/WALTER BIERI

Er wurde vermisst, der Mann mit dem weissen Bart, der roten Robe und dem Bischofshut. Gut, die unartigen Kinder waren vielleicht froh, dass der Samichlaus ihre Untaten zwar ins goldige Buch schreiben, aber sie nicht dafür bestrafen konnte. Dieses Jahr aber sollten sich alle wieder von ihrer besten Seite zeigen, denn es gibt wieder Hausbesuche.

Ähnlich viele Anmeldungen wie in vorherigen Jahren

Beat Rütsche, Präsident der Klausgruppen St.Gallen, freut sich auf die Hausbesuche dieses Jahr. «Die Freude ist sehr, sehr gross. Wir haben 120 Anmeldungen, ähnlich viele wie in den letzten Jahren.» 2020 verzichteten die St.Galler coronabedingt auf Hausbesuche und lancierten eine digitale Chlausaktion. «Der Chlaus hat in einem Video erklärt, wieso er nicht vorbeikommen kann und hat die Leute dann aufgefordert, etwas Kreatives einzusenden.» Die Aktion war ein voller Erfolg: Über 400 Personen von Jung bis Alt haben mitgemacht.

Die diesjährige Chlausaktion sei eine 3-G-Plus-Veranstaltung: «Alle erwachsenen Mitglieder müssen das Covid-Zertifikat zeigen, bevor sie ins Chlausenlokal kommen. Und während der Hausbesuche müssen Samichlaus, Schmutzli und Engel eine Maske tragen.» Ausserdem hat der Verein die Familien, welche sich angemeldet haben, gebeten, ebenfalls Masken zu tragen. «Auch der Abstand wird eingehalten: Wir bitten die Kinder nicht nach vorne, um ihr Sprüchli aufzusagen oder den Bischofsstab zu halten.»

Alles so «normal» wie möglich

«Bei uns gilt die Maskentragepflicht im Chlaus-Quartier und in den Autos. Während der Hausbesuche achten wir auf den Abstand», sagt der Präsident der Klausgesellschaft Andreas Pfiffner. 90 Anmeldungen hat die Rheintaler Gruppe erhalten. «Wir haben die Familien gebeten, sie sollen den Anlass so klein wie möglich oder draussen abhalten. Die Verantwortung obliegt den Eltern beziehungsweise den Familien.»

Da die Mindestanzahl an Personen bei privaten Anlässen bei 30 liegt, kann das «Chlausen» so normal wie möglich durchgeführt werden. «Es läuft alles so normal wie möglich, mit so wenig Auflagen wie möglich», so Pfiffner.

«Freuen uns, die Tradition aufrecht zu halten»

Der Umfang des Schutzkonzepts der Churer Samichläuse und Schmutzli des KAB Chur ist gross: «Jeder Teilnehmer wird registriert, ausserdem herrscht eine 3-G-Pflicht», sagt Präsident Marco Tomaschett. Für alle Helferinnen und Helfer herrsche im Titthof eine Maskenpflicht. Die Chläuse und Schmutzli werden in Gruppen eingeteilt, die während der Chlausaktion so bleiben. «Die Gruppe 1 darf dann in der Chlausbasis zum Beispiel nur an Tisch 1 sitzen.» Die Familien wurden informiert, dass während der Hausbesuche der Abstand eingehalten werden müsse. «Auch die Räume müssen vor dem Besuch gut durchlüftet werden, wir haben die Familien gebeten, sich bei allfälligen Krankheitssymptomen sofort zu melden.»

Letztes Jahr haben in Chur weder Hausbesuche noch der Einzug in die Stadt stattgefunden. Dieses Jahr fiel der Einzug auch weg, doch die Familien haben den Chlaus und seine Helfer wieder gebucht. Rund 100 Anmeldungen sind zusammengekommen, etwa 150 weniger als sonst. «Wir spüren die Zurückhaltung wegen Corona sehr», so Tomaschett. «Trotzdem freuen wir uns, die Tradition aufrecht zu halten.»

(sk)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 30. November 2021 06:04
aktualisiert: 30. November 2021 09:21