Ostschweiz

Mehr als doppelt so viele Autos wie im Lockdown

30. Juli 2020, 08:30 Uhr
Der Autoverkehr auf Ostschweizer Strassen ist wieder auf dem alten Stand und teilweise darüber. (Archiv)
© St.Galler Tagblatt
Die Corona-Pandemie, welche zu Beginn des Lockdowns noch verkehrsberuhigend wirkte, hat in der Zwischenzeit einen umgekehrten Effekt auf den Autoverkehr: Daten es Bundes zeigen, dass auf gewissen Strecken in der Ostschweiz momentan mehr Autos unterwegs sind als im Vorjahr.

Mehr als doppelt so viele Autos wie noch im Lockdown Mitte April sind momentan auf der A1 bei Gossau unterwegs. Dasselbe gilt beispielsweise für den Autobahnzubringer Arbon, wo Mitte Juli wöchentlich 170'000 Autos gezählt wurden, 8000 mehr als zum selben Zeitpunkt 2019. Seit dem Lockdown-Höhepunkt Mitte April schiessen die Verkehrszahlen in der Ostschweiz in die Höhe, wie das Tagblatt schreibt.

«Keine nachhaltige Veränderung»

Der verkehrsberuhigende Effekt der Corona-Pandemie ist verpufft, die Verkehrszahlen sind laut dem Bundesamt für Strassen (Astra) wieder auf dem alten Stand. «Ich glaube nicht, dass es sich um eine nachhaltige Veränderung handelt», sagt auch Benedikt Eberle, stellvertretender Leiter des Thurgauer Tiefbauamts.

Gründe dafür gibt es mehrere: Einerseits verzichten viele Menschen den öffentlichen Verkehr, womöglich aus Angst vor einer möglichern Ansteckung mit dem Virus. Gemäss den SBB liegt die Auslastung im Fernverkehr momentan bei 65 im Vergleich zum Vorjahr, im Regionalverkehr bei 75 Prozent.

Ferien in der Schweiz

Sascha Bundi, Leiter Mobilität und Planung des Kantons St.Gallen, sieht einen weiteren Grund für das erhöhte Verkehrsaufkommen in den veränderten Feriengewohnheiten: «Weil dieses Jahr der Grossteil der Bevölkerung zu Hause Ferien macht, wird auch das heimische Strassennetz mehr beansprucht.»

Er erwartet die Zeit nach den Sommerferien mit Spannung, denn dann zeigt sich, ob die Verkehrszahlen wieder zurückgehen oder nicht. Die Strasseninfrastruktur im Kanton St.Gallen könne zwar einen guten Teil davon schlucken, doch: «Engpässe, auf die man an gewissen Stellen schon vor Corona zusteuerte, würden sich in diesem Fall noch schneller akzentuieren.»

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 30. Juli 2020 07:42
aktualisiert: 30. Juli 2020 08:30