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Anhaltende Gewitterlage

Meteorologen: «Häufigkeit und Heftigkeit sind sehr ungewöhnlich»

25. Juni 2021, 14:28 Uhr
Die Gewitter der vergangenen Tage haben in der Schweiz zum Teil immense Schäden angerichtet. Selten haben Meteorologen eine solch aktive Gewittersaison beobachtet. SRF-Meteorologe Thomas Bucheli findet dafür klare Worte.
Das Dorf Cressier im Kanton Neuenburg wurde gänzlich überschwemmt.
© Keystone

Ein starkes Gewitter nach dem anderen zieht seit letztem Sonntag über die Schweiz. Die Folgen: überschwemmte Keller im Thurgau, verhagelte Aprikosenernten im Wallis und blockierte Bahnhöfe in der ganzen Schweiz.

Tatsächlich haben Meteorologen noch kaum so heftige Gewitterlagen in den letzten Jahren beobachtet. «Die Häufigkeit und Heftigkeit sind wirklich sehr ungewöhnlich», sagt Meteonews-Meteorologin Geraldine Zollinger auf Anfrage von FM1Today. In den letzten Jahren gab es selten ein solch hohes Blitz- und Regenpotenzial, das sich auch noch entladen hat.» In der Nacht auf Freitag war einmal mehr besonders das Mittelland betroffen. Der Sachschaden ist zum Teil enorm.

In der Nacht auf Donnerstag gingen im Raum Frauenfeld rund 200 Notrufe wegen der starken Regenfälle ein:

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Quelle: CH Media Video Unit / BRK News

Auch nächste Woche wird gewittrig – «Schäden sind zu erwarten»

Geschuldet ist dieses Wetter einer süd- bis südwestlichen Höhenströmung, die feuchte und instabil geschichtete Luft in den Alpenraum transportiert. Und auch wenn es übers Wochenende eine kurze Entspannung gibt, spätestens ab Montag werden wieder heftige Gewitter mit Starkregen in der Schweiz erwartet. SRF-Meteorologe Thomas Bucheli warnt: «Wie gefährlich diese Gewitter werden, ist noch unklar, aber es wird wohl auch nächste Woche wieder Schäden geben», sagte er in der SRF-Meteo-Sendung am Donnerstagabend.

Tendenz zu extremen Wetterlagen nimmt zu

Während Meteonews vorsichtig ist, das zerstörerische Potenzial der Gewitter dem Klimawandel zuzuordnen, spricht Bucheli in SRF Meteo am Donnerstagabend Klartext: «Wenn Sie mich fragen, ob der Klimawandel Schuld sei an diesen extremen Wetterverschiebungen, dann muss ich Ihnen klar sagen: Nein, nicht der Klimawandel ist schuld, das ist der Klimawandel.»

Bucheli bezieht sich dabei auf die weltweiten Statistiken der letzten Jahrzehnte und die Tendenz, dass Extrem-Wetterlagen immer häufiger werden.

Wetterextreme haben über die letzten Jahre statistisch erkennbar zugenommen.
© Screenshot SRF Meteo

(agm)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 25. Juni 2021 14:22
aktualisiert: 25. Juni 2021 14:28