Coronavirus

Migros: «Unsere Mitarbeiter zählen die Kunden»

Andreas Forster, 20. März 2020, 07:26 Uhr
Andreas Bühler, Mediensprecher Migros Ostschweiz
© Tagblatt/Benjamin Manser
Seit Donnerstag dürfen Schweizer Detailhändler nur noch einen Kunden pro zehn Quadratmeter Ladenfläche bedienen. Andreas Bühler, Mediensprecher der Migros Ostschweiz, erklärt im Interview, wie der Lebensmittelhändler mit der Situation umgeht.

Wie sieht es mit den neuen Einschränkungen und Anordnungen des BAG in der Migros aus?
Andreas Bühler: Die neue Anordnung des Bundesamtes für Gesundheit besagt, dass wir in den Filialen nur noch eine begrenzte Anzahl Kunden gleichzeitig bedienen dürfen. Die Faustregel lautet: Pro zehn Quadratmeter Ladenfläche ein Kunde. Das heisst, in einem Laden mit etwa 500 Quadratmetern dürfen 50 Kunden gleichzeitig bedient werden.

Muss man die Kundenanzahl kontrollieren?
Unsere Mitarbeitenden stehen am Eingang bereit und führen die Zählungen durch. So können wir sicherstellen, dass die erlaubte Kundenanzahl nicht überschritten wird. Eine Marke ziehen, wie bei der Post, muss man in der Migros aber nicht.

So blitzblank wie man sie nur selten sieht: Migros-Wägeli werden jetzt täglich gründlich gereinigt.

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Stehen die Kunden vor den Migros-Filialen bereits Schlange?
Unsere Kunden konnten sich in den letzten Tagen gut eindecken. Ein erhöhter Andrang ist daher aktuell nicht festzustellen.

Was wird in Sachen Desinfektion unternommen?
Wir haben vor jeder Filiale Desinfektionsmittel aufgestellt. Der Gebrauch ist freiwillig, aber das Angebot besteht. Ausserdem werden bei den Einkaufswagen die Teile, welche mit den Händen in Berührung kommen, jeden Tag gründlich gereinigt und desinfiziert. Des Weiteren bitten wir die Kunden, bargeldlos zu bezahlen. In den nächsten zwei Tagen werden an allen Kassen Plexiglasscheiben angebracht. Damit soll die Distanz gewahrt werden können.

Bereits am Samstag wurde bei der Migros Neumarkt in St.Gallen Händedesinfektionsmittel zur Verfügung gestellt.

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Gibt es in der Migros für gewisse Produkte eine Bezugslimite?
Nein, wir haben keine Probleme mit der Warenverfügbarkeit. Unsere Produktionsbetriebe produzieren auf Hochtouren. Allerdings wird auch in unseren Filialen auf Geheiss des Bundesrates das Sortiment, das nicht zur Abdeckung des täglichen Bedarfs nötig ist, abgesperrt.

Wie nehmen Sie die WC-Papier-Hamsterkäufe wahr?
Die Nachfrage hat uns überrascht und wir sind nach wie vor etwas ratlos. Wir denken, dass die Kunden das bei anderen sehen und denken, sie müssten es auch kaufen. Wir können aber versichern, dass wir genügend WC-Papier nachliefern können.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 19. März 2020 19:31
aktualisiert: 20. März 2020 07:26