Mildere Strafe für Herisauer Böller-Werfer

Laurien Gschwend, 20. August 2019, 13:24 Uhr
Auf dem Spielfeld der Swissporarena war eine dichte Rauchsäule zu sehen. (Archivbild)
Auf dem Spielfeld der Swissporarena war eine dichte Rauchsäule zu sehen. (Archivbild)
© Keystone/Urs Flüeler
Der FCSG-Anhänger, der im Februar 2016 zwei Rauchtöpfe aufs Spielfeld geworfen und damit einen Luzerner Fan schwer verletzt hat, bekommt eine mildere Strafe: Er wurde zu einer Freiheitsstrafe von 30 statt 36 Monaten verurteilt.

Das Bundesstrafgericht hat den Fall des heute 27-jährigen Ostschweizers, der 2016 einen Mann bei einem Fussballspiel in Luzern mit einem Böller schwer verletzt hatte, neu beurteilt. Dies, nachdem der Herisauer im August 2017 – ebenfalls vom Bundesstrafgericht – zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten verurteilt worden war. Das Bundesgericht hiess seine Beschwerde teilweise gut: Die Vorinstanz habe das zumindest teilweise vorhandene Unrechtsbewusstsein des FCSG-Anhängers ausser Acht gelassen. Zudem habe das Bundesstrafgericht das subjektive Verschulden des Verurteilten in einem Punkt falsch gewichtet (FM1Today berichtete).

«Taten auf hinterhältige Art begangen»

Der Böller-Werfer wird nun mit einer 30-monatigen Freiheitsstrafe, davon 18 Monate bedingt während einer Probezeit von drei Jahren und zwölf Monate unbedingt, bestraft. Die bedingte Geldstrafe beträgt jetzt 1500 Franken, zuvor waren es 9000 Franken. Der Herisauer gebe zu, widerrechtlich gehandelt zu haben, bestreite aber, dass der Hörschaden auf seine Aktion zurückzuführen sei, so das Bundesstrafgericht.

«Der Beschuldigte hat seine Taten auf rücksichtslose und hinterhältige Art sowie im Wissen darum begangen, dass unbeteiligte Dritte geschädigt werden könnten», werden die Bundesstrafrichter von tagblatt.ch zitiert.

Sprengkörper aufs Spielfeld geworfen

Zum folgenschweren Vorfall war es am 21. Februar 2016 in der Luzerner Swissporarena gekommen. Kurz nach Beginn des Spiels zwischen dem FC Luzern und dem FC St.Gallen zündete der Herisauer zwei Rauchkörper und warf sie aufs Spielfeld. Dann zündete er zwei Sprengkörper und warf sie zwischen Strafraum und Seitenlinie des Spielfelds. Ein Böller explodierte, wobei ein damals 49-jähriger Luzerner Fan einen bleibenden Gehörschaden erlitt. Auf einem Ohr ist er noch heute fast taub.

Rund einen Monat nach dem Spiel führte die Polizei beim Herisauer eine Hausdurchsuchung durch – und fand fast 100 Kilogramm pyrotechnisches Material.

Laurien Gschwend
Quelle: SDA/red.
veröffentlicht: 20. August 2019 13:10
aktualisiert: 20. August 2019 13:24