Mit falschen Namen Kostüme mitgenommen

Raphael Rohner, 5. März 2017, 09:20 Uhr
Dreiste Betrüger ergaunerten zwei Dutzend Kostüme in einem Flawiler Kostümverleih. Die Betreiberin ist schockiert darüber, dass man sie so hintergangen hat.

«Ich habe mehrere Nächte nicht geschlafen, weil ich einfach nicht glauben kann was mir passiert ist», Bernadette Weishaupt ist am Boden zerstört. Rastlos geht sie durch ihren Kostümverleih in der Flawiler Gemeinde Aesch. Mehrere Unbekannte haben der Betreiberin vorgegaukelt, dass sie ein grösseres Fest planen und dazu einige Kostüme bräuchten: «Es waren zwei Frauen mit Kindern bei mir, die mich regelrecht überredet haben, ihnen  die Kostüme gegen Rechnung auszuleihen.» Insgesamt liehen die Damen 24 Kostüme aus. Weishaupt listete auf, was über den Ladentisch ging und war keineswegs skeptisch. «Die Frauen schworen auf ihre Ehrlichkeit und die Einhaltung der Bedingungen», so Weishaupt. Sie verabredeten einen Rückgabetermin.

Falsche Telefonnummern und falsche Namen angegeben

Als die Ausleihfrist abgelaufen ist, versucht Weishaupt ihre Kunden zu erreichen, vergeblich: «Sie haben mir absichtlich falsche Telefonnummern gegeben.» Zu Beginn dachte sie schlicht an einen Irrtum. Mittlerweile ist sie sich sicher, dass sie Betrügern zum Opfer gefallen ist: «Ich kann es immer noch nicht fassen.» Unterdessen weiss sie auch, dass die Betrüger falsche Namen verwendet hatten. Diese Dreistigkeit macht ihr besonders zu schaffen: «Sie haben mir direkt ins Gesicht gelogen.»

«Ich hoffe dass die Kostüme wieder zurückkommen»

Sie habe viel Geld in die Stücke investiert und hänge sehr an den Kostümen, beteuert sie. Einige Kunden hätten ausweichen müssen auf andere Kostüme weil eben diese unauffindbar sind. Weishaupt verleiht über 2000 Kostüme in ihrem Verleih, den sie seit 15 Jahren führt. Für Bernadette Weishaupt ist die Geschichte ein trauriges Kapitel: «Ich möchte doch den Kindern und den Leuten nur eine Freude machen und ihre Gesichter zum Lachen bringen. Fasnacht hat auch mit Ehrlichkeit etwas zu tun - mit Liebe.» Eine Anzeige will Weishaupt nicht einreichen, sie glaubt noch an ein Happy End: «Ich wünsche mir einfach, dass meine Kostüme zurückkommen und sie am Ende der Fasnacht vor meiner Haustüre liegen.»

(rar)

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Raphael Rohner
veröffentlicht: 4. März 2017 17:57
aktualisiert: 5. März 2017 09:20