Anzeige
Alpstein

Mögliches Drohnenverbot: «Andere Kantone wollen nachziehen»

Noémie Bont, 9. August 2020, 12:48 Uhr
Im Herbst will der Grosse Rat in Appenzell Innerrhoden entscheiden, ob im ganzen Alpstein Drohnenfliegen verboten werden sollte. Im November 2020 könnte das Verbot in Kraft treten. Nun zeigen andere Kantone Interesse an einem ähnlichen Verbot.
Die Drohnen-Problematik im Alpstein hat im Sommer 2020 zugenommen.
© Tagblatt/ Ralph Ribi

Den Seealpsee, das Restaurant Äscher oder den beschneiten Säntis aus der Vogelperspektive zu filmen und zu fotografieren, ist im Coronajahr so beliebt wie noch nie. Es reklamieren immer mehr Bergwirte, Gäste und Einheimische wegen der surrenden Motoren. «Die Drohnenflüge nehmen unkontrollierterweise zu», sagt Ueli Nef, Leiter der Jagd- und Fischereiverwaltung Innerrhoden.

Drohnenverbot ab November 

Man wartet deshalb gespannt auf die Entscheidung des Grossen Rates in der Herbstsession. Abgestimmt wird über ein Drohnenverbot im Alpstein. Nimmt der Grosse Rat die Vorlage in erster Lesung an, könnte das Drohnenverbot am 1. November 2020 in Kraft treten. Ausgenommen sind bewilligte Such-und Rettungsflüge oder Herdenschutz-Einsätze.

Bund verlangte bessere Erläuterung

Ursprünglich war geplant, schon auf die Wandersaison 2020 ein Verbot auszusprechen (FM1Today berichtete). Es kam zu Verzögerungen, weil die Bundesämter für Umwelt und für Zivilluftfahrt vertieftere Argumentationen des Kantons wollten. «Ausserdem wären wir der erste Kanton, der ein Drohnenverbot in dieser Form einführt. Verständlich, dass die Bundesämter die Vorlage kritisch betrachteten», so Nef. Nun hätten sie sich aber für die Perimeter einig werden können.

Andere Kantone zeigen Interesse 

Bald könnte das Drohnenfliegen auch an anderen touristischen Hotspots der Schweiz verboten werden. «Ich habe mehrere Rückmeldungen aus anderen Kantone erhalten, die wissen wollten, wie wir vorgegangen sind. Ich gehe deshalb davon aus, dass andere Kantone in ähnlicher Form nachziehen werden», sagt Ueli Nef, Leiter der Jagd- und Fischereiverwaltung.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 9. August 2020 12:48
aktualisiert: 9. August 2020 12:48