Gefahr

Muschel-Plage im Bodensee: Invasion ist kaum zu stoppen

18. Januar 2020, 19:12 Uhr
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Quelle: TVO

Der Bodensee hat ein grösseres Muschelproblem. Die Quagga-Muscheln vom Schwarzen Meer bedrohen das Ökosystem. Sie verbreiten sich explosionsartig schnell. Die Invasion ist kaum zu stoppen.

Muscheln können aggressiv sein: Der Bodensee leidet zurzeit an einem starken Befall von Quagga-Muscheln. Sie verstopfen Wasseransaugrohre und andere Anlagen. Nur wer diese früh genug reinigen lässt, verhindert einen Wasserausfall. Das Problem betrifft auch Gemeinden, welche ihr Wasser aus dem Bodensee saugen.

Auch Gemeinden sind betroffen

«Die Muscheln bewachsen die Anlagen sehr aggressiv und sehr schnell», sagt Erwin Rudolf, Inhaber Tiefenstein Unterwasserwelten, gegenüber TVO. «Wenn sie sich angesiedelt haben, geht es blitzartig.» Die Muscheln, die ursprünglich vom Schwarzen Meer kommen, würden Anlagen im Bodensee innerhalb von sechs bis zwölf Monaten komplett überwachsen. 

Die kleinen Muscheln sind nicht nur mühsam, sondern bedrohen auch das gesamte Ökosystem des Bodensees. Die Tierchen, eine riesige Biomasse, brauchen Nahrung. Der Leiter der Gewässerqualität des Kantons Thurgau ist deshalb besorgt. «Die Muscheln filtrieren Phytoplankton aus dem Wasser. Dieses ist zugleich die Nahrungsgrundlage für Zooplankton und Fische», sagt Heinz Ehmann. So werde Nahrung verlagert. Man müsse abwarten, wie sich dieser Sachverhalt auswirke.

Fischer haben viel mehr Arbeit

Nicht nur das Amt für Umwelt blickt besorgt in die Zukunft. Die Muscheln bringen die Fischer am Bodensee zur Verzweiflung: Ihre Netze sind kiloweise gefüllt mit den kleinen Tierchen und das bedeutet viel Arbeit. Die Netze gehen kaputt und die Muscheln müssen aussortiert werden. Die Invasion ist kaum mehr zu stoppen.

(gbo)

Quelle: TVO
veröffentlicht: 18. Januar 2020 19:12
aktualisiert: 18. Januar 2020 19:12