«Musste eine Stunde auf die Bahn warten»

Noémie Bont, 5. August 2019, 16:50 Uhr
Wen es am ersten August-Wochenende in die Berge zog, musste sich die schöne Aussicht mit sehr vielen anderen Wanderern teilen. Die Bergbahnen im FM1-Land erlebten Spitzentage. Es gab lange Warteschlangen.

Däumchen drehen und Geduld bewahren musste, wer die letzten Tage in den Bergen des FM1-Landes unterwegs war. «Wir mussten vor der Ebenalp-Bahn in Wasserauen eine Stunde warten», berichten mehrere Leserreporter. Unter anderen jene, die das weltbekannte Bergrestaurant Äscher besuchen wollten.

60 Minuten warten und gratis Glacé

«Wir arbeiten so effizient wie möglich und mehr geht nicht», sagt Geschäftsführer Mario Koller und lässt sich von der Situation am Äscher-Hotspot nicht stressen. «Alle sechs Minuten bringen wir 35 Personen auf den Berg. Wenn aber ein Zug der Appenzellerbahn ankommt und gleichzeitig bis zu 200 Personen aussteigen, kann es schon zu stauen beginnen.» So bilden sich bei der Hin- und der Rückfahrt eindrücklich lange Warteschlangen.

An Spitzentagen warten die Gäste bis zu eine Stunde auf die Ebenalp-Bahn. (Bild: zVg)
An Spitzentagen warten die Gäste bis zu eine Stunde auf die Ebenalp-Bahn. (Bild: zVg)
© An Spitzentagen warten die Gäste bis zu einer Stunde auf die Bahn. (Bild: zVg)

Aber offenbar nehmen es die wartenden Gäste aus dem In- und Ausland am Fusse des Alpsteins relativ gelassen, wie uns der Geschäftsführer versichert. «An manchen Tagen verteilen wir gratis Glacé, um die ungeduldigen Kinder zu besänftigen. Aber ansonsten sind die wartenden Gäste friedlich und versuchen die Aussicht zu geniessen.»

Internationaler Wanderboom in Chur

Sowohl auf der Ebenalp als auch in Chur bei der Brambrüesch-Bahn ist man sich einig: Die Saison läuft gut und ist noch angenehmer als im Vorjahr. «2018 bleibt ein absolutes Spitzenjahr. Wir kamen fast jeden Tag an unsere Grenzen», sagt Mario Koller von der Ebenalp-Bahn. Spitzentage seien nicht die Regel und man wolle sich deshalb auch nicht nach ihnen richten. «Wir planen keinen Bahn-Ausbau.»

Anders sieht es bei der Brambrüesch-Bahn aus, die seit geraumer Zeit bei der Kapazitätsgrenze angelangt ist. «Spitzentage wie am ersten August-Wochenende haben uns nochmals gezeigt, dass wir dringend eine neue Bahn brauchen. Am 1. August sind die Leute eine halbe Stunde angestanden. Nicht zuletzt, weil die Bikes in den Kabinen viel Platz brauchen», sagt der Geschäftsführer Patrick Arnet. Am 19. Mai hat die Stimmbevölkerung in Chur einem Kredit für eine neue Bahn zugestimmt.

Neben vielen Stammgästen gibt es offenbar auch immer mehr junge Leute, die in die Wanderschuhe schlüpfen und dies auch an Wochentagen. «Dazu hört man auch immer mehr Fremdsprachen am Berg. Neu benutzen viele Engländer, Amerikaner und Asiaten die Brambrüesch-Bahn», so Patrick Arnet.

Kleine Wartezeiten auf den Flumserbergen

Einen speziellen Sommer erleben auch die Bergbahnen am Flumserberg. Die Hauptachse Tannenboden-Maschgenkamm wird im Moment neu gebaut. Die Gondelbahn ist nicht in Betrieb. «Viele Gäste verlagern sich deshalb nach Tannenheim, wo es ab und an zu Wartezeiten kommt. Da das Gebiet sehr gross ist, verteilen sich die Wanderer und die Wartezeiten sind relativ gering», sagt die Marketingverantwortliche Katja Wildhaber. An die Grenzen kommen die Bahnen am Flumserberg noch nicht.

Die genauen Zahlen der Besucher und der Ticketverkäufe präsentieren die Bergbahnen im FM1-Land erst nach der Saison.
Noémie Bont
veröffentlicht: 5. August 2019 16:31
aktualisiert: 5. August 2019 16:50