Nach Schiesserei: Erste Party im «Grey»

Stephanie Martina, 4. August 2017, 19:35 Uhr
Fünf Tage, nachdem ein 34-Jähriger im Konstanzer Club «Grey» mit einem Sturmgewehr um sich geschossen und ein Blutbad angerichtet hat, geht die Party heute Abend weiter.

Ganz nach dem Motto «The Show must go on» startet die Konstanzer Disco «Grey» einen Neustart. Fünf Tage nach dem blutigen Angriff veranstaltet der Nachtclub bereits wieder Partys. Die erste Party am sogenannten «Grey Restart Weekend» nennt sich «Ladies Night». Wie der Nachtclub auf Facebook schreibt, wird der Erlös aus den Eintritten an die Familie des erschossenen Türstehers gespendet.

Zwei Tote, vier Schwerverletzte

Der Türsteher ist eines von zwei Opfern, welche die Attacke vom frühen Sonntagmorgen gefordert hat, als ein vorbestrafter Mann mit einem Sturmgewehr um sich schoss. Das andere Todesopfer ist der 34-jährige Täter selbst. Er wurde vor der Disco bei einem Schusswechsel mit der Polizei lebensgefährlich verletzt. Trotz einer Notoperation erlag er kurze Zeit später im Spital seinen Verletzungen. Beim Angriff wurden weitere drei Menschen im Club schwer verletzt. Zudem wurde auch ein Polizist beim Schusswechsel mit dem Täter getroffen und musste verletzt ins Spital gebracht werden.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass ein Streit der Auslöser für den Angriff gewesen ist. Nach einer verbalen Auseinandersetzung vor dem Club sei der 34-Jährige nach Hause gefahren, habe die Kriegswaffe geholt und sei damit zum Club zurückgekehrt. Die Schwester des Schützen sei mit dem Betreiber der Diskothek zusammen, heisst es.

Neues Personal gesucht

Auf Facebook rufen die Nachtclub-Betreiber nicht nur dazu auf, zahlreich zu erscheinen, um den Restart zu feiern, sondern auch, sich für einen Job im «Grey» zu bewerben. Anscheinend fehlt seit dem Attentat das Personal - und zwar an allen Ecken. Gesucht werden Barleute, Lightjockey, Auffüller, Abräumer, Kassenmitarbeiter, Büroleute und eine Betriebsleitung.

Der Aufruf sorgt bei einigen Facebook-Usern für Empörung. «Wie geschmacklos ist denn sowas», schreibt Mike . Der Vorfall sei noch keine Woche her und schon werde der Club wieder eröffnet und auch noch neues Personal gesucht. «Abartiger und perverser geht es nicht mehr!» Viele andere finden jedoch, dass es weitergehen muss. Eine von ihnen ist Denise. Sie meint in ihrem Post: «Es ist tragisch aber ich glaube, dass selbst der Verstorbene nicht gewollt hätte, dass alles den Bach runter geht! Aufstehen weiter gehen!»

Stephanie Martina
Quelle: red.
veröffentlicht: 4. August 2017 19:35
aktualisiert: 4. August 2017 19:35