Nierenversagen wegen giftigen Pilzen

Nina Müller, 16. Oktober 2018, 08:28 Uhr
So viele, wie schon lange nicht mehr: Pilzkenner wissen, dieses Jahr schiessen die Pilze regelrecht aus dem Boden. Deshalb werden aber auch mehr Menschen mit einer Pilzvergiftung ins Spital eingeliefert.
2018 haben sich doppelt so viele Menschen eine Pilzvergiftung zugezogen, wie letztes Jahr.
© TVO

Kaum war die trockene Zeit vorüber, schossen die Pilze in Massen aus dem Boden. Was des einen Freud ist, ist des anderen Leid: Fast doppelt so viele Leute wie 2017 wurden 2018 mit einer Pilzvergiftung eingeliefert. Bei manchen Pilzen lässt die Farbe schon darauf schliessen, dass er nicht gegessen werden sollte. Anders ist das beispielsweise beim Haarschleierling. Dieser Pilz wirkt relativ unscheinbar, ist jedoch hochgiftig.

«Der Haarschleierling entfaltet seine Wirkung erst nach drei Wochen. Deshalb wissen die meisten Leute gar nicht mehr, dass sie wegen des Pilzes nun Beschwerden haben. Da hilft auch das Auspumpen des Magens nichts mehr. Die Nieren sind in der Regel zu dieser Zeit schon zerstört», sagt Robert Neff, Pilzkontrolleur in Alstätten, gegenüber TVO.

Bei «Tox Info Swiss» sind dieses Jahr bereits über 430 Meldungen von Pilzvergiftungen gemeldet gekommen. Im Kanton St.Gallen waren es 29 Menschen, die sich dieses Jahr eine Pilzvergiftung eingefangen haben. Letztes Jahr waren es knapp die Hälfte.

Grund für die vermehrte Anzahl Vergiftungen ist der trockene Sommer. Kaum hat es wieder geregnet, wuchsen die Pilze. Ausserdem gibt es in der Schweiz den Trend zum Pilz sammeln. Wie du verhindern kannst, dass du einen giftigen Pilz isst, siehst du im Video:

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Nina Müller
Quelle: Sarah Wagner/nm
veröffentlicht: 15. Oktober 2018 19:46
aktualisiert: 16. Oktober 2018 08:28
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