Weltdiabetestag

«Oft wissen die Leute gar nicht, dass sie Diabetes haben»

14. November 2022, 21:20 Uhr
Eine halbe Million Schweizerinnen und Schweizer leiden an Diabetes. Oft sind ältere und übergewichtige Personen betroffen. Aber nicht nur: Aus häufig unbekannten Gründen können auch jüngere Personen erkranken. Einer von ihnen ist Andreas Stadelmann aus dem Kanton Appenzell Ausserhoden.

Quelle: TVO

Anzeige

Mindestens sieben Prozent der Schweizer Bevölkerung sind an Diabetes erkrankt. Davon leben 90 Prozent mit Diabetes Typ 2, wovon meistens Ältere und Übergewichtige betroffen sind. Bei  Typ 2 setzt die Produktion von Insulin im Körper langsamer ein und der Körper reagiert weniger empfindlich auf das Insulin – eine Art Resistenz. In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Erkrankten immer weiter gestiegen.

Volkskrankheit im Fokus

Zum heutigen Weltdiabetestag hat die Ostschweizer Diabetes-Gesellschaft in den St.Galler Apotheken eine gratis Blutzuckermessung angeboten. So kann man sich auf die Krankheit testen. «Oft wissen die Leute gar nicht, dass sie Diabetes haben. Es geht im Schnitt sieben Jahre, bis Diabetes diagnostiziert wird», sagt Nicole Graf Strübi, Geschäftsführerin der Gesellschaft, im Interview mit TVO. Die Blutzuckermessung sei eine der Varianten, bei der man im Rahmen einer Früherkennung auf Diabetes Typ 2 stossen könnte.

«Jede halbe Stunde auf der Toilette»

Jemand, der Tag für Tag seinen Blutzucker messen muss, ist Andreas Stadelmann aus Appenzell Ausserrhoden. Vor acht Jahren hat der 23-Jährige die Diagnose Diabetes Typ 1 erhalten. Diabetes Typ 1 ist zu einem gewissen Grad vererbbar und kann durch eine Fehlfunktion des Immunsystems verursacht werden. Meist tritt die Krankheit im Kindes- und Jugendalter auf. Für Andreas Stadelmann gehört es zum Alltag, seinen Insulinwert mithilfe der Insulinpumpe ständig im Blick zu haben. Diese Pumpe liefert ihm das Insulin, das er aufgrund der Erkrankung für einen optimalen Wert des Zuckergehalts im Blut braucht.

Früher geschah die Insulinzufuhr durch einen Pen, mit einer Insulinspritze. Die Pumpe nehme ihm extrem viel Zeit ab und mache einiges einfacher. Die Krankheit dürfe auf keinen Fall vernachlässigt werden. Ist der Zuckerwert einmal zu hoch, bekommt das Andreas schnell zu spüren. «In erster Linie macht es durstig. Das nächste, was ich merke, ist das ich öfters auf die Toilette gehen muss», erklärt der 23-Jährige. Dann sei man schnell einmal jede halbe Stunde auf der Toilette. Sogar Erbrechen könne hinzukommen.

(kop)

Quelle: TVO
veröffentlicht: 14. November 2022 21:03
aktualisiert: 14. November 2022 21:20