Ostschweizer Expo-Siegerprojekt kommt aus Zürich

René Rödiger, 10. September 2015, 11:44 Uhr
Das Siegerkonzept steht
Das Siegerkonzept steht
© pd
Die Trägerkantone der Expo 2027 in der Ostschweiz haben die Ergebnisse des Konzeptwettbewerbs präsentiert. Gewonnen hat " Expedition27 " des Teams um den Zürcher Architekten Markus Schaefer.

Wie die Trägerkantone St.Gallen, Thurgau und Appenzell Ausserrhoden mitteilen, wird das Siegerkonzept Ausgangspunkt der weiteren Arbeiten für die Expo 2027 sein. "Für die Trägerkantone ist heute ein ganz besonderer Tag", sagt Carmen Haag, die Thurgauer Regierungsrätin und Vorsitzende des Politischen Steuerungsausschusses. Eine Jury unter der Leitung von Angelus Eisinger hat die über 60 Eingaben bewertet und "Expedition27", eine Kooperation von Hosoya Schaefer Architects, Plinio Bachmann und Studio Vulkan unter der Federführung des Zürcher Architekten Markus Schaefer, zum Sieger erkoren. Die Ausserrhoder Regierungsrätin Marianne Koller-Bohl bezeichnete den Jurierungsprozess als "intensiv, hoch professionell und überaus spannend".

Visionäres Konzept

Jurypräsident Eisinger spricht von einem "visionären, mutigen, praktikabeln und zugleich umsichtigen Konzept". Nach der Expo der Landesverteidigung (1939), der Expo des Fortschritts (1964) und der Expo der Kreativität (2002) folge nun eine Expo des Lebensraums (2027).

Die Ostschweizer Landschaft wird in drei grosse Landschaftsbänder gegliedert: die Berglandschaft mit der schroffen Bergwelt und den grünen Hügeln des Appenzells, die Stadtlandschaft mit der Agglomeration St.Gallen, den Landwirtschaftsflächen des Thurgau und dem Rheintal sowie die Seenlandschaft mit der Offenheit und Internationalität der Bodenseeküste.

Noch kein Projekt

Mit dem Siegerkonzept sei die Landesausstellung ein kleines Stück nähergerückt, meint Carmen Haag. Sie weist aber auch darauf hin, dass Konzepte noch keine Projekte seien. Konkrete Inhalte und das eigentliche Gesicht der Landesausstellung werde erst im Laufe der kommenden Projektarbeiten entwickelt.

Carmen Haag: "Das Siegerkonzept ist also nur - aber immerhin - der Ausgangspunkt einer langen Reise, an deren Ende die Ostschweiz Gastgeberin einer ebenso facettenreichen wie traditionsbewussten und zukunftsorientierten Landesausstellung sein wird"

Wie geht es weiter?

Als einziges Mitglied des Politischen Steuerungsausschusses, das nicht in die Jurierung der Wettbewerbsbeiträge involviert war, kam der St.Galler Regierungsrat Benedikt Würth zum Schluss der Medienkonferenz auf die anstehenden Entscheide und weiteren Arbeiten zu sprechen. Er wies auf die von den Regierungen der drei Trägerkantone ihren Parlamenten unterbreiteten Kredite für die Finanzierung der nächsten Projektphase hin. Gemäss ihrem Masterplan möchten die Trägerkantone als Nächstes auf der Basis des Siegerkonzeptes das eigentliche Bewerbungsdossier zuhanden des Bundes erstellen.

Das Volk entscheidet

Würth stellte klar: Werde die nächste Projektphase gestartet, müsse das Volk in den drei Kantonen auf jeden Fall – voraussichtlich im Jahr 2018 – darüber entscheiden, ob das Bewerbungsdossier mit Machbarkeitsbericht auch tatsächlich an den Bund übergeben werden soll. Dies schon deshalb, weil es auch darum gehen werde, dem Bund ein klares Signal über das finanzielle Engagement der Trägerkantone bei der Durchführung der Expo2027 zu übermitteln.

René Rödiger
Quelle: pd/rr
veröffentlicht: 10. September 2015 11:30
aktualisiert: 10. September 2015 11:44