5. Jahreszeit

Ostschweizer Fasnächtler bangen um ihre Narrenfreiheit

9. September 2020, 21:06 Uhr
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Quelle: tvo

Die Vereine wissen nicht wie oder ob ihre Maskenbälle und Umzüge überhaupt stattfinden können. Der Bund hat zwar die Rahmenbedingungen vorgegeben, aber die Kantone entscheiden schlussendlich. Der nationale Verband der fasnächtlichen Organisationen verlangt Antworten.

Die Fasnachtsgesellschaften kämpfen mit der Ausarbeitung eines Schutzkonzepts. Die Schwierigkeit dabei: Je nach Kanton kann dieses unterschiedlich ausfallen. Die Fasnacht deswegen abzusagen, kommt aber nicht in Frage: «Die Fasnacht findet statt», sagt Ferdi Segmüller, Oberster Schweizer Fasnächtler, gegenüber TVO. «Ich glaube die Kantone sind heute noch nicht so weit, dass sie wissen, wie so ein Schutzkonzept aussehen soll.»

Düstere Aussichten

Stand jetzt gibt der Bund die Rahmenbedingungen für Veranstaltungen vor. An diese müssen sich auch die Kantone halten. Es herrscht momentan eine Bewilligungs- und Sitzplatzpflicht für das Contact Tracing. «Das ist natürlich bei einem Fasnachtsumzug nicht möglich. Auch das Einhalten der Abstände ist schwierig», so Danuta Zemp, Kantonsärztin in St.Gallen. Die Aussichten für die Fasnacht sind also düster. 

Fasnacht mit Maskenpflicht?

Das einzige was hilft: Wenn die Fasnachtsveranstaltungen draussen stattfinden. «Wenn, dann mit Maskenpflicht und entsprechenden Kontrollen», so Zemp. Die Veranstalter wären in der Pflicht Kontrolleure zu stellen, die das durchsetzen. «Das beinhaltet zum Beispiel die Alkoholkontrolle.» Genau das wäre die höchste Hürde der Fasnächtler. Für dieses Problem hat auch Segmüller keine Lösung. «Unter Alkoholeinfluss ist die Gefahr immer gross, dass man das Schutzkonzept nicht einhalten kann.» 

Der Kanton richtet nun eine Betreuungsstelle für Fasnachtsveranstalter ein, wo sie Infos zu den Coronaregeln erhalten.

(red.)

Quelle: TVO
veröffentlicht: 9. September 2020 20:57
aktualisiert: 9. September 2020 21:06