Ostschweizer Vieh hat zu wenig Futter

Nina Müller, 7. März 2019, 21:07 Uhr
Die Ostschweizer Bauern sehnen das erste frische Gras herbei.
Die Ostschweizer Bauern sehnen das erste frische Gras herbei.
© TVO
Der letztjährige Dürresommer löste bei den Ostschweizern Bauern Verzweiflung aus. Viele konnten nicht genügend Futter für den Winter auf die Seite legen, weshalb ein Bestand der Tiere geschlachtet werden musste. Nun warten sie sehnlichst auf das erste frische Gras.

Beim Gedanke an den letzten Sommer sind zwei Dinge sehr präsent: die Dürre und die unbarmherzige Hitze. Die Ostschweizer Bauern haben besonders stark unter der Trockenheit gelitten. Sie konnten nicht genügend Futter für den Winter ansammeln. Jetzt stehen sie vor der nächsten Notsituation: Die Heu-Stöcke leeren sich langsam und die Bauern warten auf erste frühlingshafte Temperaturen.

Zu wenig Futter für Kühe

Jede Kuh des Bauern Paul Wehrli aus Züberwangen braucht täglich zwanzig Kilogramm Futter. Wegen des trockenen Sommers hat er jedoch nur die Hälfte der üblichen Menge einlagern können. Sein Heustock ist deshalb schon bald leer. Der Mais, der eigentlich für den Winter gedacht war, wurde bereits im Sommer verfüttert, denn auch zu dieser Zeit herrschte Futterknappheit.

10 Prozent des Ostschweizer Viehbestands geschlachtet

Deshalb musste Wehrli einige Kühe schlachten lassen. Um so viele Kühe wie möglich durchzubringen, wird der Bauer trickreich. «Das Futter haben wir mit altem Heu, Reserven und Stroh gestreckt», sagt Wehrli gegenüber TVO. Wehrli hofft, dass das Futter so bis zum Frühling ausreicht. Vielen anderen Bauern ist es gleich ergangen. Neuste Zahlen belegen, dass wegen der Futterknappheit zehn Prozent des Ostschweizer Viehbestandes geschlachtet werden musste.

Vorräte um Tiere zu zufüttern sind knapp

Auch wenn in den vergangenen Wochen die ersten Zeichen des Frühlings sichtbar wurden, sind die Folgen des Dürresommers noch nicht überstanden. «Für den Frühling und den Sommer fehlen die Vorräte, um die Tiere zufüttern zu können», sagt Andreas Widmer, Geschäftsführer des St.Galler Bauernverbandes. Die Alternative ist Futter zuzukaufen. Dafür müssen die Landwirte tief in die Tasche greifen.

Die Nachfrage ist europaweit riesig, weshalb Futter überall Mangelware ist. Die Futterpreise sind dadurch in die Höhe geschossen. Den meisten Bauern bleibt also nicht mehr übrig, als ab zuwarten. Immerhin: Zurzeit ist es schon mal grüner, als vor dem letztjährigen Hitzesommer.

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Quelle: TVO

Nina Müller
veröffentlicht: 7. März 2019 21:07
aktualisiert: 7. März 2019 21:07