Nach Covid-19

Ostschweizer Zoos erwarten keine Warteschlangen

Krisztina Scherrer, 7. Juni 2020, 16:05 Uhr
Ab dem 6. Juni dürfen die Ostschweizer Zoos unter Einhaltung der aktuell gültigen Hygiene- und Abstandsregeln wieder Besucher empfangen. Beim Plättli und Walter Zoo sowie bei Knies Kinderzoo hat sich während des Lockdowns einiges getan.

«Wir freuen uns auf die Wiedereröffnung», sagt  Christoph Wüst, Stellvertretender Zooleiter im Plättli Zoo. Knapp drei Monate konnten sie keine Gäste empfangen. Ab Samstag öffnen sie ihre Tore: «Wir haben eine Besucherobergrenze von maximal 575 Personen», heisst es in der Medienmitteilung, weiter steht, dass diese Zahl wohl nie ausgeschöpft wird und es so kaum zu grösseren Wartezeiten komme. Ansammlungen von mehr als 30 Personen sollen allerdings vermieden werden. Handwaschmöglichkeiten oder Desinfektionsmittel stehen wie überall zur Verfügung. «Ansonsten kann das ganze Angebot des Zoos genutzt werden.»

Nachwuchs für den Plättli Zoo

Erfreuliche Nachrichten gibt es aus der Sparte Nachwuchs: Am 25. März ist die Kamel-Stute Shiva zur Welt gekommen und auch bei den chinesischen Streifenhörnchen gab es Nachwuchs. Einige kleinere Projekte konnten realisiert werden, die Ponyweide wurde neu eingezäunt und bei die Berberaffen haben ein neues Klettergerüst.

Kein Zootheater und keine kommentierten Fütterungen

Auch der Walter Zoo muss sich an das Branchenschutzkonzept von Zoo Schweiz halten. Weil grosse Menschenansammlungen vermieden werden sollen, gebe es keine Aktivitäten welche Leute an einen Ort ziehen: «Kommentierte Fütterungen oder Beschäftigungen lassen wir weg», sagt Karin Federer, Zoodirektorin und Zootierärztin im Walter Zoo Gossau. Was auch weh tut: «Wir können das Zootheater vorerst nicht öffnen.» Dort sei die Einhaltung des Schutzkonzepts einfach zu schwierig.

Am Eingang vom Walter Zoo müssen die Besucher weiterhin nicht lange warten: «Sollte der Besucherandrang im normalen Umfang sein, können wir alle in den Zoo lassen», so Federer. Die Freude über die Wiedereröffnung ist gross, nur das Wetter spiele nicht ganz mit: «Wir starten mit schlechtem Wetter in die Saison, aber das können wir nicht beeinflussen. Wir machen das Beste draus.»

Neues Logo zur Wiedereröffnung

Die Königslibelle ist das neue Logo des Walter Zoos. «Der gute alte Schimpanse Schimpi war über 35 Jahre alt», heisst es in einer Medienmitteilung. «Er passte nicht mehr so richtig zum heutigen Zoo». Der Natur- und Artenschutz habe heute eine viel höhere Bedeutung erlangt und dies soll nach aussen vermittelt werden, sagt Federer.

Das neue Logo symbolisiert auch den frischen Wind im Walter Zoo: Die beiden Schwestern Karin und Jeannine sind in der 3. Generation der Zoofamilie und wollen ihn in die Zukunft führen. «Die ersten wegweisenden Projekte wurden bereits umgesetzt – das neue Savannenhaus und die Löwenanlage mit der Zooschule.»

Knies Kinderzoo hofft auf Geduld

Nachwuchs gab es auch im Rapperswiler Kinderzoo. Die Giraffen, Trampeltiere, Zebras, Pinguine, Kattas und Erdmännchen haben Junge bekommen. Ausserdem ist Mitte Mai der Elefantenbulle Mekong in den Elefantenpark gezogen. Pony- und Kamelreiten bleiben für Kinder weiterhin kostenlos möglich. «Wir bauen auf das Verständnis und die Geduld unserer Gäste und sind überzeugt, dass die Schutzmassnahmen vernünftig eingehalten werden können», heisst es in der Medienmitteilung.

So herzig sehen die Erdmännchen-Jungen im Kinderzoo Rapperswil aus:

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Quelle: CH Media Video Unit / TeleZüri

Viel Unterstützung für Walter und Plättli Zoo

450'000 Franken Schaden hat der Plättli Zoo durch die Schliessung eingebüsst. «Wir möchten uns bei allen bedanken, die sich für uns engagiert haben», sagt Christoph Wüst. Durch die Unterstützung, wie etwa Tierpatenschaften oder Spenden, konnte ein Teil des Schadens aufgewogen werden. Auch der Walter Zoo hat einiges an Spenden erhalten. «Wir hatten in den letzten drei Monaten einen effektiven Ertragsausfall von 1,2 Millionen Franken», sagt Federer. «Die vielen kleinen und ein paar grosse Spenden haben uns schlussendlich auf den unglaublichen Betrag von 800'000 Franken gebracht.»

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 5. Juni 2020 15:01
aktualisiert: 7. Juni 2020 16:05