Parkinson-Patienten treffen sich auf Säntis

Stephanie Martina, 12. April 2018, 15:06 Uhr
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Am Mittwoch hat sich die Parkinson-Selbsthilfegruppe Jupp Säntis auf dem Gipfel eben dieses Berges getroffen. Gemeinsam wollen sie ihrer Krankheit den Kampf ansagen: mit Offenheit und Humor.

Die Diagnose Parkinson stellt das Leben der Betroffenen vielfach komplett auf den Kopf. Vieles, was zuvor im Alltag ganz normal war, wird unmöglich. Am gestrigen Welt-Parkinson-Tag haben sich die Mitglieder der Selbsthilfegruppe Jupp Säntis auf dem Berggipfel getroffen, um der Krankheit gemeinsam den Kampf anzusagen. Ihre besten Waffen: Offenheit und Humor.

Neue Lebensqualität dank Hirnschrittmacher

Dass Sepp Heeb an diesem strahlend schönen Frühlingstag die Reise auf den Säntis ohne Krücken antreten kann, hätte der 56-Jährige lange nicht gedacht. «Es gab eine Zeit, da konnte ich mich nicht mehr ohne Gehstöcke bewegen. Inzwischen brauche ich sie nicht mehr. Ich kann auch wieder Autofahren und meine Enkelkinder hochheben», sagt Heeb. Dank eines Hirnschrittmachers und neuer Medikamente gehe es ihm mittlerweile wieder richtig gut.

Als er vor 16 Jahren die Diagnose Parkinson bekam, musste er sein ganzes Leben umkrempeln. «Ich musste aufhören zu arbeiten, das war das Schlimmste für mich. Plötzlich hatte ich nichts mehr zu tun. Auch wenn ich Hobbys hatte, gelang es mir nicht, damit meine Zeit auszufüllen», sagt Heeb. Er habe sich zuerst neue Strukturen schaffen müssen.

Selbsthilfegruppe gibt Halt

Dass sich das Leben vom einen auf den anderen Tag komplett ändern kann, wissen auch die 60 anderen Teilnehmer des «Gipfeltreffens». Bereits zum vierten Mal hat sich die Selbsthilfegruppe gestern auf dem Säntis getroffen. Auf dem Programm stehen Referate und Diskussionen mit Medizinern und Psychologen, aber vor allem auch der gesellige Austausch. Für die Parkinson-Patienten haben diese Treffen nämlich eine grosse Bedeutung, weil sie in der Gruppe Halt finden. «In einer Selbsthilfegruppe hat man immer jemanden, den man ansprechen kann, und der genau weiss, wovon man spricht», sagt Anita Sauter, die Leiterin der Selbsthilfegruppe Jupp Säntis.

Stephanie Martina
Quelle: red.
veröffentlicht: 12. April 2018 15:06
aktualisiert: 12. April 2018 15:06