Gegen Absteiger Lausanne

Peter Zeidler: «Am Sonntag wird die bestmögliche Mannschaft auf dem Platz stehen»

Nico Conzett, 21. Mai 2022, 06:32 Uhr
Absteiger Lausanne gastiert am Sonntag für ein vorerst letztes Mal im Kybunpark. Peter Zeidler erklärt, wieso das bedeutungslose Spiel gegen die Romands nicht bedeutungslos ist und nimmt Stellung zu den Basel- und Bundesliga-Gerüchten um seine Person.
Würdig in die Sommerpause verabschieden: Das wollen Peter Zeidler und seine Spieler am Sonntag gegen Lausanne.
© Keystone

St.Gallen schliesst die Saison auf dem fünften Platz ab. Daran gibt es nichts mehr zu rütteln. Egal, ob die Espen gegen Lausanne gewinnen, unentschieden spielen oder verlieren – das vor der finalen Runde viertplatzierte Lugano und das sechstplatzierte Servette sind zu weit weg, als dass sie noch irgendetwas an der Tabellensituation des FCSG zu ändern vermöchten.

Es gibt wenige Gründe, am Sonntag ein Fussballfeuerwerk zu erwarten...

Nicht nur deshalb gibt es plausible Gründe, wieso die Partie gegen Lausanne in der Bedeutungslosigkeit versinken könnte. Als bereits feststehender Absteiger bietet der Club aus der Romandie in sportlicher Hinsicht wenig, was unregelmässige Besucher des Kybunparks ins Stadion locken könnte. Und dass beim FCSG, nach dem am Ende äusserst bitteren Saisonhighlight von vergangenem Wochenende, ein gewisser Spannungsabfall zu beobachten ist – zumindest in der Partie gegen GC – lässt ebenfalls nicht unbedingt auf ein Fussballfeuerwerk am Wochenende hoffen.

...aber immerhin einen besonders guten:

Doch der St.Galler Cheftrainer Peter Zeidler denkt nicht daran, der Partie den Stempel der Bedeutungslosigkeit zu verpassen, selbst wenn dies vielleicht sogar ein wenig nachvollziehbar wäre. An der Medienkonferenz am Freitagmittag erklärt er in aller Deutlichkeit: «Am Sonntag wird die bestmögliche Mannschaft auf dem Platz stehen. Wir wollen uns gut von den Fans verabschieden. Es geht darum, dass wir unsere gute Beziehung zu den Fans festigen.»

Bereits 17'000 Tickets abgesetzt

Eine gute Beziehung, von der Zeidler glaubt, dass sie durch den verpatzten Auftritt in Bern keinen Schaden genommen hat. Am Freitag waren bereits über 17'000 Tickets für das letzte Saisonspiel verkauft und damit bereits mehr, als der Saisonschnitt im Kybunpark beträgt.

Eine Zahl, die aus zweierlei Perspektiven betrachtet werden kann: Entweder wollen die Espen-Anhängerinnen und -Anhänger gerade in dieser ernüchternden Zeit der Saison ihre Unterstützung und Solidarität mit dem FCSG bekräftigen und die Mannschaft mit einem guten Gefühl in die Sommerpause verabschieden.

Oder aber, die St.Galler Anhänger wollen, nach der verpassten Chance gegen GC, jetzt endlich eine gepfefferte Reaktion ihres Teams auf das unsägliche Ereignis vor Wochenfrist sehen. Vermutlich finden Verfechter beider Perspektiven am Sonntag den Weg ins Stadion.

Klare Botschaft zu Bundesliga- und Basel-Gerüchten

Doch die freitägliche Pressekonferenz drehte sich nicht allein um die Bedeutungssuche für die Partie gegen Lausanne. Erst diese Woche machten Gerüchte über Interesse aus der Bundesliga an der Person von Peter Zeidler die Runde. Hoffenheim und Augsburg wurden in diesem Zusammenhang genannt. Etwas älter sind jene Geschichten über das Interesse des FC Basel an Zeidler.

Der 59-Jährige kommentiert das unschöne Szenario eines vorzeitigen Abgangs – er hat noch drei Jahre Vertrag – so: «Gerüchte habe ich noch nie kommentiert. Und ich fange jetzt auch nicht damit an.» Er fühle sich sehr wohl in St.Gallen. Trotz des Ereignisses von vergangenem Wochenende wünschen sich wohl viele Fans, dass sich dies nicht als Lippenbekenntnis entpuppt und Zeidler Grün-Weiss in Zukunft treu bleibt.

Zeidler begrüsst die Liga-Aufstockung

Zukunft ist – noch – auch die Modusänderung in der Super League, die ab der Saison 2023/2024 in Kraft treten wird. Diese war an der Medienkonferenz nur am Rande Thema. Zeidler sieht der Anpassung gelassen entgegen: «Ich finde die Aufstockung auf zwölf Teams gut. Den Rest müssen wir auf uns zukommen lassen, das können wir erst nachher beurteilen.»

Im Vordergrund steht aktuell anderes. Nämlich Lausanne. Eine Partie, die trotz ihrer Irrelevanz in Bezug auf die Tabelle, eben doch eine gewisse Bedeutung hat. Charaktertest, Wiedergutmachung, versöhnlicher Abschluss. Unter welchen Aspekten auch immer man die Affiche betrachten will – wer ein bisschen sucht, findet eben doch genügend Gründe für die Akteure des FCSG, sich noch einmal reinzuhängen.

Mit einem guten Gefühl in die Ferien? Die Spieler entscheiden selbst

Und die Spieler haben es selbst in der Hand: Zeigen sie am Sonntag nochmals den Fussball, mit dem sie in der Rückrunde eine gewaltige Euphorie in der ganzen Region entfacht haben – dann fliegt es sich bestimmt mit einem angenehmeren Gefühl Richtung Ibiza, Karibik oder wo auch immer Görtler, Quintillà und Co. ihre Ferien verbringen werden.

FCSG spielt gegen Lausanne zum Saisonende: «Bestmögliche Mannschaft auf dem Platz»

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 21. Mai 2022 06:32
aktualisiert: 21. Mai 2022 06:32
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