Pilot und zwei 14-jährige Buben tot

Leila Akbarzada, 7. August 2017, 07:03 Uhr
Beim Flugzeugabsturz vom Freitagmorgen im Diavolezza-Gebiet im Engadin sind der Pilot und zwei Jugendliche umgekommen. Dies bestätigt die Polizei an einer Medienkonferenz. Ein Mädchen hat sich schwer verletzt.

Das Kleinflugzeug war im Rahmen des Jugendlagers des Aero-Club Schweiz unterwegs. Um 9.30 Uhr stürzte es ab. «Die Rega traf ein komplett zerstörtes Flugzeug an», sagt Roman Rüegg, Mediensprecher der Kantonspolizei Graubünden. Nach Polizeiangaben starben der Pilot sowie zwei 14-jährige Buben. Eine 17-Jährige verletzte sich schwer und wurde von der Rega ins Kantonsspital Chur geflogen. Alle Insassen waren laut der Kantonspolizei Graubünden Schweizer Staatsangehörige.

Zum Absturz kam es zehn Minuten nach dem Start auf einer Höhe von 2800 Metern. Zur Unfallursache macht die Polizei noch keine Angaben. Gemäss Artikel 98 des Bundesgesetzes über die Luftfahrt (LFG) liegt die Zuständigkeit für die Untersuchung bei der Bundesanwaltschaft (BA). Für das weitere Vorgehen wartet die BA auf den Bericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST), teilt die Kantonspolizei Graubünden mit.

Kapo GR
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Flug als einer der Höhepunkte

«Für mich ist eine Welt zusammengebrochen, als ich vom schrecklichen Unglück gehört habe», sagt Yves Burkhardt vom Aero-Club Schweiz an der Medienkonferenz beim Flugplatz Samedan. «Dieser Flug sollte einer der Höhepunkte des Lagers darstellen.» In den vergangenen 35 Jahren sei es nie zu einem solchen Vorfall gekommen. Ein Care-Team sei im Einsatz, das sich um die Lagerteilnehmer kümmere. Weiter veranstalte man einen Gottesdienst. Das Camp gehe weiter - es ende ohnehin am morgigen Samstag.

Pilot hatte Erfahrung

«Der verunfallte Pilot war erfahren und hat sich immer sehr für die Jugendlichen eingesetzt», sagt Christian Gartmann von der Motorfluggruppe Engadin. Beim Flug habe es sich um einen reinen Rundflug - und keinen Vorführflug - gehandelt. Der Pilot habe für die Flüge ein Zeitfenster von 25 Minuten, in dieser Zeit sei er frei, wo er hinfliege. Die Route werde anhand von Wetter, Wind, Flugzeugbeladung und weiterer Kriterien festgelegt. Die Maschine, eine vierplätzige Piper PA28, sei noch in diesem Juli regulär gewartet geworden.

Nach Angaben auf seiner Internetseite führt der Aero-Club der Schweiz derzeit in S-Chanf im Engadin sein jährliches Jugendlager durch. Seit dem 30. Juli werden 192 Jugendliche ins Fliegen eingeführt. Zum Programm gehört auch eine «Lufttaufe mit einem Motorflugzeug ab dem Flugplatz in Samedan».

Leila Akbarzada
Quelle: red./Kapo GR/SDA
veröffentlicht: 4. August 2017 12:02
aktualisiert: 7. August 2017 07:03