Plastikpenis, Puff und Partys

Lara Abderhalden, 31. August 2017, 16:15 Uhr
Ein Plastikpenis, die Polizei, die plötzlich vor der Türe steht oder ein Puff ein Stockwerk höher: Die Abkürzung WG lässt sich auch herleiten von w ildem G röhlen, w itzige G estalten, w andelnden G in-Leichen oder einfach w ahnsinnigen G eschichten. Und genau diesen wollen wir auf die Spur gehen. Hier die besten WG-Geschichten aus der Radio FM1-, FM1Today- und TVO-Redaktion.

Ralph Weibel, Redaktionsleiter 

«In unserer ersten WG dachten wir, wir seien total cool und haben ein ganzes Haus gemietet. Im ersten Winter wurde es dann unglaublich kalt weil wir nicht wussten, dass wir Öl hätten kaufen sollen. Zum Glück hatten wir einen Kachelofen. Leider war es aber Wochenende und die Geschäfte waren allesamt geschlossen. Herr Rütsche von der Gemeinde-Holzerei in Herisau war so freundlich und öffnete nur für uns. Das ist nun 30 Jahre her und ich hole immer noch mein Cheminéeholz bei Herrn Rütsche.»

Dario Cantieni, Moderator

«Mein WG-Mitbewohner hat die lustige Angewohnheit, dass wenn er betrunken nach Hause kommt und ich friedlich schlafe, er mir das nicht gönnen mag. Er leert mir dann Wasser über den Kopf, sprayt mich mit abgelaufener Sonnencreme ein, legt sich zu mir ins Bett und will kuscheln und einfach einen «Saumais» machen. Ich habe ihn sehr gerne aber in diesen Momenten wäre es auch in Ordnung, er würde noch Zuhause wohnen.»

zVg - der fiese Mitbewohner

TVO-Produzent Christian

«Ich wohnte früher an der Davidstrasse in St.Gallen direkt unter einem Puff. Es war dann oft so, dass es mitten in der Nacht an der Türe klingelte. Ich machte dann die Türe auf und da stand ein Puffgänger im Türrahmen, der das Gefühl hatte er könne hier etwas haben. Etwas erstaunter schauten die Männer, wenn meine Freundin die Türe öffnete und ich dann plötzlich hinter ihr auftauchte.»

Raphael Labhart, Moderator

«Während meiner WG-Zeit in Wien, in der ich mit zwei Oberösterreichern und einer Südtirolerin wohnte, hausten jeweils Personen in unserer Wohnung, von denen man keine Ahnung hatte, wer das war. Einmal übernachtete eine Dame bei uns, halb auf dem Sofa, irgendwie dann auch halb in meinem Zimmer (es ist nichts gelaufen). Besonders amüsant waren die Post-its, die am Morgen an meiner Zimmertür klebten: 'Tut mir leid, dass ich die ganze Nacht ins Klo gekotzt habe. Hab‹s aber schon geputzt.›»

zVg - der Zettel an der Türe

Lara Abderhalden, Redaktion

«Als ich in Kenia im Austausch war erklärte meine Mitbewohnerin mein Zimmer zum Kiffer- und Puffzimmer. Weil ich die einzige Hellhäutige auf dem Campus war, durfte ich mir, ihrer Meinung nach, alles erlauben. So erwachte ich manchmal nachts in einer unglaublichen Cannabiswolke oder musste regelmässig mein Zimmer für eine Stunde verlassen, damit zwei sich austoben konnten. Was man nicht alles macht.»

zVg - Das WG-Zimmer in Nairobi

Morgen-Joe

«Wir wohnten im sechsten Stock eines Mehrfamilienhauses. Mein Mitbewohner war stolzer Besitzer einer Penisattrappe aus Plastik. Diesen Plastikpenis haben wir an einer Schnur befestigt und konnten ihn über eine Fahrleitung eines Busses bis etwa zwei Meter über Boden herunterlassen. Immer wenn eine Frau vorbei lief, haben wir den Plastikpenis vor ihr heruntergelassen. Diese Frauen, die sind jeweils beinahe in die Strasse gesprungen weil auf einmal ein Penis vor ihnen baumelte.»

«Einer meiner Mitbewohner arbeitete in einer Bar. Er brachte sehr viele Frauen nach Hause. Als er am Morgen jeweils noch tief schlief und ich von der Dusche kam, sass immer wieder ein neues Mädchen bei mir auf dem Bettrand und wollte ein bisschen plaudern.»

Daniel Merkle, Leiter OnAir Promotion

«Mit meinem ersten Mitbewohner, ein ehemaliger Kollege, hatte ich von Anfang an Glück. Als ich am ersten gemeinsamen Abend nach dem Ausgang in die Wohnung zurück kam, brauchte ich gar nicht erst aufzuschliessen. Die Türe war bereits aufgebrochen. Mein damaliger Mitbewohner beschloss wohl eine kleine Wohnungseinweihungsparty zu schmeissen. Dadurch, dass noch keine Möbel aufgebaut waren, hallte es entsprechend. So hörte er auch die Nachbarn nicht, die riefen, schrien, gegen die Tür hämmerten (ich nehme an, er hatte die Musik sehr laut). Schliesslich trat ein Nachbar die Tür ein und stand plötzlich vor ihm in seinem Zimmer und bat darum die Musik leiser zu machen.»

 

Dumeni Casaulta, Online-Produzent

«Als ich in Deutschland im Austausch war, kam ich in eine WG, in der es immer wieder Wechsel gab. Dementsprechend war sie ausgerüstet. Die Bratpfanne hatte kaum mehr eine Schicht und die Messer schnitten überhaupt nicht. Eines Tages kaufte ich neue Messer, da sind meine WG-Kumpanen beinahe ausgerastet vor Freude.»

«Ein anderes Mal haben wir eine Party geschmissen. Der ganze Boden war mit einer klebrigen Schicht überzogen, die auch nach dem vierten Mal aufnehmen nicht weg ging. Auf der Toilette lag eine angebissene Orange. Ungeschält. Bis heute weiss ich nicht, wer sich diesen Mitternachtssnack gönnte.»

Nadja Bischof, Morgenshow

«Ich wohnte in einer Dreier-WG. Einer war Koch. Ich habe von morgens bis abends trainiert, er gekocht. Wir kamen jeweils beide spät nach Hause und haben dann noch gekocht bis ungefähr 2 Uhr morgens. Dann haben wir noch ein bisschen geplaudert, Fernsehen geschaut und gingen dann ins Bett.»

Gerry Reinhardt, Social Media Manager

«Dieser Boris, mein ehemaliger Mitbewohner, hat immer die leeren Packungen in den Kühlschrank gestellt. Die leeren Packungen! Wenn du dann etwas heraus nehmen wolltest, war es einfach leer. Das machte mich fuchsteufelswild. Fuchsteufelswild!»

Dominic Ledergerber, TVO-Produzent

«Gegen Ende meiner WG-Zeit wohnte ich mit zwei Kollegen zusammen. Der eine meiner Mitbewohner hatte seine schwangere Frau zuhause, der andere kam sturzbetrunken nach Hause und kochte sich Spätzli mit Fleischkäse. In voller Lautstärke. Und das einen Tag vor meiner Englischabschlussprüfung. Halb krank kämpfte ich mich aus dem Bett und musste für Ruhe und Ordnung sorgen.»

Felix Unholz, Moderator

«Wir hatten eine WG-Party bei uns. Mein deutscher Mitbewohner dachte sich, er teste die neue Stereoanlage auf dem Balkon in voller Lautstärke. Unsere Nachbarn hatten nicht so Freude und bewarfen uns mit Gummibärli und Glasflaschen. Als dann die Polizei kam, passierte das Grösste: Der Mitbewohner ging mit Mohrenkopf verschmierter Nase zu den Polizisten und bot ihnen einen blauen Ballon an, weil dieser doch so gut zu ihrer Uniform passe. Der eine Polizist musste lachen, der andere liess uns mit einer Verwarnung weiterfeiern.»

(abl)

 

 

Lara Abderhalden
veröffentlicht: 25. Oktober 2016 16:13
aktualisiert: 31. August 2017 16:15