Polefitness: Zu anrüchig für Schaffhausen

Laurien Gschwend, 12. April 2018, 17:23 Uhr
Die Schülerinnen von «Move Sensations» durften nur am Samstag an der Frühlingsshow auftreten.
Die Schülerinnen von «Move Sensations» durften nur am Samstag an der Frühlingsshow auftreten.
© Move Sensations/Radio Munot
Knappe Kleider und sexy Posen: Wegen Reklamationen von besorgten Eltern wurde einer Polefitness-Gruppe an der Frühlingsshow im Schaffhauser Herblingertal der Auftritt untersagt.

Am vergangenen Wochenende trafen sich Schaffhauser Unternehmen und Vereine im Herblingertal zur jährlichen Frühlingsshow, die diesmal unter dem Motto «Kinderparadies» stattfand. Auch Schülerinnen des Schaffhauser Polefitness-Studios «Move Sensations» studierten eine Kür an Stangen und hängenden Ringen ein, welche sie am Samstag zeigten.

Ein «Move Sensations»-Poledance vom vergangenen Halloween: 

Es blieb bei dieser Darbietung: Guido Stauber, der Veranstalter der Frühlingsshow, sagte den zweiten Auftritt am Sonntag ab. Dies nicht ganz freiwillig: «Ich habe Reklamationen von Eltern erhalten, die das Gefühl hatten, dass der Auftritt nicht hierher passt», lässt er sich von Radio Munot zitieren.

«Grosses Tamtam» verhindert

Der Organisator selbst empfand den Auftritt nicht als anrüchig. Er habe aber «einem grossen Tamtam vorbeugen» wollen, schliesslich kämen am zweiten Messetag jeweils dreimal so viele Besucher wie am Samstag. «Für die ‹Move Sensations› tut es mir wahnsinnig leid.»

«War stinksauer»

Die Polefitness-Schülerinnen können den Entscheid nicht nachvollziehen - schliesslich gebe es solche Kurse, die eine Mischung aus Tanz und Kraftsport seien, auch für Kinder. «Ich war stinksauer», sagt eine junge Frau zu Radio Munot. Auch Beachvolleyballerinnen oder Leichtathletinnen seien leicht bekleidet, «und das sind ganz brave Mädels». Ein knappes Outfit helfe beim Polefitness dabei, sich besser an der Stange halten zu können.

«Für nächstes Jahr finden wir sicher eine gute Lösung», ist Guido Stauber überzeugt. Er denkt an einen separaten Stand, der sich nicht inmitten von Menschengruppen befindet.

Laurien Gschwend
Quelle: lag
veröffentlicht: 12. April 2018 17:23
aktualisiert: 12. April 2018 17:23