Proteste gegen neue Karfreitagsregelung

Sarah Lippuner, 19. April 2019, 18:43 Uhr
In Wien versammelten sich Anhänger von 30 Gemeinden und protestierten gegen die neue Regelung.
In Wien versammelten sich Anhänger von 30 Gemeinden und protestierten gegen die neue Regelung.
© APA/Herbert Neubauer
In Österreich ist der Karfreitag kein Feiertag mehr. Diese neue Regelung kam dieses Jahr zum ersten Mal zur Anwendung. Das passt vielen Kirchen nicht - sie protestierten mit Kirchengeläute und einer Todesanzeige von Jesus.

In der Schweiz ist der Karfreitag fast überall ein Feiertag, welcher dem Sonntag gleichgestellt ist. Lediglich die Kantone Tessin und Wallis behandeln ihn als einen normalen Freitag. Anders ist die Situation bei unseren Nachbarn. In Österreich wurde der Karfreitag offiziell als Feiertag abgeschafft. Die Begründung: Nur eine Minderheit, gut 300'000 Protestanten, Altkatholiken und Methodisten hatten am Freitag vor Ostern frei - dies sei eine Diskriminierung.

Bregenzer geben Todesanzeige für Jesus auf

Diese neue Regelung passt vielen Christen in Österreich jedoch nicht. Die Pfarrgemeinden Bludenz, Feldkirch, Dornbirn und Bregenz wollten gemeinsam ein Zeichen setzen und liessen die Kirchenglocken um 15.00 Uhr zu einem Mahnläuten erklingen, schreibt das Vorarlberger Newsportal vol.at.

Die evangelische Pfarrgemeinde Bregenz veröffentlichte am Donnerstag zudem eine Todesanzeige in den Vorarlberger Nachrichten. Mit den Zeilen «Wir gedenken des Todes von Jesus von Nazareth, Sohn der Maria und des Josef», luden sie die Leser in ihren Gottesdienst am Karfreitag ein.

Proteste auch in Wien

Auch in der Hauptstadt Wien gab es einen Protest gegen die neue Regelung. Vertreter aus 30 Pfarrgemeinden versammelten sich und übten Kritik an der Bundesregierung. Die evangelische Kirche kündigte bereits an, bis Mitte Mai eine Verfassungsanklage auszuarbeiten.

Aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs wurde der Karfreitag als Feiertag in ganz Österreich gestrichen. Im Gegenzug wurde jedoch ein «persönlicher Feiertag» eingeführt. Alle Arbeitnehmer können diesen einmal im Jahr auch gegen den Willen des Arbeitgebers einziehen, jedoch lediglich aus dem eigenen Kontingent.

Sarah Lippuner
Quelle: red.
veröffentlicht: 19. April 2019 18:43
aktualisiert: 19. April 2019 18:43