Prüfungs-Wirrwarr bei der FHS St.Gallen

Stefanie Rohner, 14. März 2019, 15:29 Uhr
Studierende der FHS müssen eine Prüfung wegen eines Fehlers durch die FHS wiederholen.
© Urs Bucher/ Tagblatt
60 Minuten statt 120 – Studierende an der FHS St.Gallen müssen eine Physikprüfung wiederholen. Der FHS ist durch eine Verkettung unglücklicher Umstände ein grober Fehler unterlaufen. Die Studenten sind verärgert.

Rauchende Köpfe, volle Konzentration und das Abrufen jeglichen Wissens: So ging es den Studierenden an der Fachhochschule St.Gallen des Erstsemesters im Bachelorstudiengang Wirtschaftsingenieure, als sie die Physikprüfung abgelegt haben. Umso grösser ist nun der Frust, denn sie müssen die Prüfung wiederholen.

Der FHS ist dabei ein Fehler unterlaufen. Die Studierenden hatten für die Prüfung 60 Minuten Zeit. Doch eigentlich wäre die Prüfungsdauer auf 120 Minuten angelegt gewesen. «Es ist extrem frustrierend für uns. Die Voll- und Teilzeitstudierenden, welche die Prüfung abgelegt haben, müssten sich jetzt um andere Arbeiten kümmern, statt noch einmal für dieselbe Prüfung zu lernen», sagt ein Student, der sich bei FM1Today gemeldet hat. Die Studierenden überlegen nun, ob sie gegen den Entscheid der FHS Rekurs einlegen wollen. Sie haben eine E-Mail an den Präsidenten des Hochschulrates geschrieben, was allerdings aus der Sicht der FHS kein Rekurs ist.

Dass es eine Nachprüfung geben muss, versteh viele Studierende nicht: «Alle hatten dieselben Voraussetzungen. Sogar jene, die nicht anwesend waren und die Prüfung zwei Wochen danach geschrieben haben, mussten nach 60 Minuten abgeben», sagt ein Studierender.

FHS räumt Fehler ein

Die FHS räumt den Fehler ein. «Das ist sehr unglücklich und ich habe volles Verständnis, dass sich die Studierenden über die aktuelle Situation ärgern», sagt Urs Sonderegger, Studiengangsleiter im Wirtschaftsingenieurwesen der FHS.

Sonderegger sagt, man sei bei der FHS ebenso unglücklich darüber, zumal der Aufwand auch für die Schule gross ist. Das Ganze war offenbar eine Verkettung unglücklicher Umstände. «Zum einen hat es einen Übertragungsfehler gegeben. Die Zeit in den Unterlagen für die Studierenden war nicht korrekt, weswegen sie nicht korrekt auf den Prüfungsbogen übertragen wurde», sagt Sonderegger. Bei der Nachkontrollen der FHS ist dies niemandem aufgefallen.

Prüfung findet sowieso statt

Die Studierenden kommen, gemäss Sonderegger, auf keinen Fall um eine Wiederholung der Prüfung herum. Sonderegger erklärt: «Der Umfang der Prüfung war auf das Doppelte der Zeit ausgelegt, weswegen sie annulliert wurde. Gäbe es keine Wiederholung, könnte jeder auf das Ergebnis Rekurs einlegen und dann wäre eine Wiederholung unausweichlich, da der Rekursentscheid dann wegen notwendiger Gleichbehandlung auf die ganze Klasse angewendet werden muss», sagt Sonderegger.

Die Studierenden können nun entscheiden, die Prüfung in zwei Wochen oder im Sommer nachzuholen. «Wir haben den Studierenden die Möglichkeit gegeben, die Nachprüfung in die ordentliche Prüfungszeit zu verlegen. Sie dürfen nun entscheiden, wann sie die Nachprüfung absolvieren möchten», so Sonderegger.

Stefanie Rohner
veröffentlicht: 14. März 2019 05:44
aktualisiert: 14. März 2019 15:29