Punsch und Würste für die Eisläufer

Laurien Gschwend, 2. Januar 2017, 12:43 Uhr
Der gefrorene Seealpsee lockte über die Festtage hunderte Eisläufer an. Damit diese nicht frieren mussten, öffneten die Betreiber des Berggasthauses Seealpsee einen Stand mit warmen Getränken und Snacks - obwohl der Winterbetrieb mit hohem Aufwand verbunden ist.

Egal, ob mit Skianzug, Mütze und Schlittschuhen ausgerüstet oder leicht bekleidet mit Strickjacke, Stiefelchen und geöffneter Instagram-App: In den letzten Wochen war im Appenzellerland ein Ziel besonders beliebt. Zu Hunderten strömten Einheimische und Touristen zum Seealpsee, um ein ganz besonderes Naturspektakel zu erleben: Das Wasser war schwarz gefroren. Noch kann man auf dem Seealpsee seine Runden drehen, allerdings nicht ohne Risiken, denn die Eisschicht schmilzt allmählich.

Stand kam gut an

Während der Festtage öffneten Madeleine und Daniel Parpan, Betreiber des Berggasthauses Seealpsee, ausnahmsweise einen Stand, an dem sie Punsch, Kaffee mit Schuss, «Chäschüechli» und Würste verkauften. «Wir sind ohne Erwartungen hoch gegangen und freuen uns sehr, dass unser Angebot so gut bei den Eisläufern angekommen ist», sagt Madeleine Parpan. Während mehrerer Tage um Weihnachten, Silvester und Neujahr hatte der Stand geöffnet, zuletzt am Sonntag, 1. Januar.

Aufgrund der fehlenden Sonne und eisigen Temperaturen im Alpstein waren zahlreiche Fussgänger und Eisläufer froh um ein Heissgetränk und einen Zmittag. «Vor allem Eltern mit Kindern, die kalte Füsse vom Spielen hatten, kehrten gerne bei uns ein», sagt Madeleine Parpan. Wie viele Becher Punsch sie verkauft hat, weiss sie nicht genau. «Aber wir sind auf jeden Fall dankbar, dass wir den Leuten mit unserem Angebot eine Freude machen konnten.» Es sei eine «schöne Abwechslung» gewesen, auch einmal im Winter beim Seealpsee zu wirten.

Anspruchsvoller Winterbetrieb

Für die Wanderer alleine öffnet die Familie Parpan im Winter keinen Stand. Das lohne sich nicht, sei der Winterbetrieb doch mit erheblichem Aufwand verbunden. «Unser Gasthaus wurde für den Sommer gebaut und dementsprechend isoliert», so Madeleine Parpan. Brauche man fliessendes Wasser oder müsse man die Kaffeemaschine bedienen, sei dies ziemlich anspruchsvoll. «Und natürlich mussten wir einkaufen gehen und die Zutaten zum Seealpsee befördern.» Die letzten Male habe man den Stand in den Jahren 1996 und 2006 betrieben, als der See ebenfalls gefroren war.

Laurien Gschwend
Quelle: lag
veröffentlicht: 2. Januar 2017 12:43
aktualisiert: 2. Januar 2017 12:43