Rheintaler Aufruf bringt 366 Spendewillige

Angela Mueller, 8. Oktober 2018, 12:41 Uhr
Der erste Schritt um Stammzellenspenderin oder -spender zu werden, ist eine Speichelprobe.
© Istock
Auf einen Spendeaufruf haben sich am Samstag 366 Personen für eine Stammzellen-Typisierung in Dornbirn gemeldet. Eine Rheintalerin hatte dazu auf Facebook aufgerufen, weil ihre leukämiekranke Mutter dringend eine Stammzellentransplantation braucht.

«Es war ein sehr berührender Moment zu sehen, wie viele Leute nach Dornbirn gekommen sind, um zu helfen», sagt Sabrina Ricchello. Die 32-Jährige hatte vor kurzem für ihre kranke Mutter einen Facebook-Aufruf für die Spendenaktion lanciert. In Dornbirn haben sich am Samstag 366 Personen als mögliche Spender eintragen lassen, die personenbezogene Aktion war für zwei zweijährige leukämiekranke Kinder aus dem Vorarlberg und für die 59-jährige Rheintalerin durchgeführt worden. «Wir sind sehr dankbar für diese Hilfsbereitschaft.»

Blutproben werden laufend analysiert

«Die Aktion in Dornbirn war wirklich sehr erfolgreich, es haben sich 366 Personen gemeldet, das sind vier Mal mehr Personen als letztes Mal, als es 80 Personen waren», sagt Cemanur Kartal, Organisatorin vom Verein «Geben für Leben». Der Verein lanciert in Österreich Stammzellen-Typisierungs-Aktionen. Gemäss der Internetseite zählt der Verein 57'616 Typisierungen, davon sind 86 Personen Spender geworden. Ob der Andrang mit dem Facebook-Aufruf und dem Medienecho in der Schweiz zu tun hat, kann Kartal nicht sagen.

Noch ist unklar, ob letzen Samstag für die 59-jährige Brigitte Ricchello einen geeigneten Spender gefunden wurde. Die Blutproben würden laufend ausgewertet, sagt ihre Tochter. Doch die Wahrscheinlichkeit ist äusserst gering, das sind sich sowohl Mutter als auch Tochter bewusst.

Mutter und Tochter schiessen ein Selfie im Spital, inzwischen ist die Mutter wieder zu Hause.
© Screenshot Facebook

Auf eine Stammzellen-Transplantation angewiesen

Brigitte Riccholla hatte im Sommer die Diagnose Leukämie erhalten und bekam seither zwei Chemotherapien. Nun bräuchte sie dringend eine Stammzellen-Transplantation. Die Suche in der Schweizer und internationalen Datenbank läuft, doch bis das Register mit den 32 Millionen Daten durchsucht und alle Abklärungen durchgeführt sind, braucht es Zeit. In der Regel dauert dies mehrere Monate (siehe Video unten).

«Das Warten hat mich so hilflos gemacht», sagt Sabrina Ricchello, deshalb hat sie den Spendeaufruf lanciert. Für die österreichische Organisation «Geben für Leben» im Vorarlberg hatte sie sich entschieden, weil diese Aktion früher durchgeführt wurde, als weitere in der Ostschweiz geplante Aktionen des Schweizerischen Roten Kreuzes. Zumal hier üblicherweise selten personenbezogene Typisierungsaktionen durchgeführt werden.

Letzte Woche noch, war Brigitte im Spital, in der Zwischenzeit konnte sie wieder nach Hause zurück, hier fühlt sie sich viel besser. «Die Ärzte planen eine Transplantation im November. Wir hoffen, dass es klappt», sagt ihre Tochter hoffnungsvoll.

Angela Mueller
Quelle: agm
veröffentlicht: 28. September 2018 13:24
aktualisiert: 8. Oktober 2018 12:41