Rheintaler Störche - ab in den Süden

Vanessa Kobelt, 29. August 2017, 05:57 Uhr
Weissstörche fühlen sich wohl im Alpenrheintal: Dieses Jahr sind 158 Jungvögel flügge geworden - sie sind bereits unterwegs in den Süden - die Altstörche fliegen erst Mitte September.

Der Weissstorch ist aus dem Rheintal nicht mehr wegzudenken. Gerade jetzt, wenn sich ganze Gruppen für ihren Flug in den Süden versammeln, ist der Anblick auf den Wiesen besonders schön. Gemäss Reto Zingg, dem Gründer und langjährigen Präsidenten des Vereins Rheintaler Storch, war auch dieses Jahr ein erfolgreiches Brutjahr bei den Rheintaler Störchen.

Die Kleinen voraus

Insgesamt 97 Brutpaare haben im Frühjahr im St.Galler Rheintal, Liechtenstein und Vorarlberg angelegt und 158 Jungvögel sind ausgeflogen. «Anders als bei anderen Vögel, fliegen die kleinen Weissstörche nicht mit den Erwachsenen in die Wärme», sagt Reto Zingg. «Die Kleinen brauchen für den Weg etwas länger, aus diesem Grund starten sie schon früher als die Erwachsenen. Die meisten jungen Rheintaler Störche sind bereits unterwegs in Richtung Süden.»  Die Altstörche folgen dann Mitte September. Falls einer zurück bleibt, wird er im Rheintal überwintert.

Störche aus dem Ausland

«Ein Teil der Störche, die man zurzeit im Rheintal sieht, sind nicht einheimisch», sagt Reto Zingg. «Momentan machen viele Störche aus dem Norden Rast bei uns. Entweder sind sie auf dem Durchzug oder sie überwintern hier.» Der Winter im St.Galler Rheintal ist für einen Storch aus Norddeutschland vergleichsweise mild.

Verein Rheintaler Storch

Seit den 90er Jahren setzt sich der Verein «Rheintaler Storch» erfolgreich für die Wiederansiedlung des Weissstorches auf beiden Seiten der Grenzen ein. «Der Storch bewohnt am liebsten feuchtes Grünland», sagt Reto Zingg. «Im Alpenrheintal hat es grosse Anteile von Wiesen- und Wiesenflächen und wenn es stark regnet, gibt es schnell Pfützen und kleine Seen. Das ist optimal für den Storch».  Am liebsten frisst er kleine Nagetiere wie Feldmäuse, - zwischendurch darf es aber auch ein Regenwurm oder eine Schnecke sein, so Reto Zingg. Ausserdem liebt der Storch weite Flächen mit einzelnen Bäumen. Das Alpenrheintal ist somit ein Paradies für ihn.

Vanessa Kobelt
Quelle: kov
veröffentlicht: 29. August 2017 05:57
aktualisiert: 29. August 2017 05:57