Rote Zahlen: Arbon plant Revolte gegen Kanton

Laurien Gschwend, 25. September 2017, 20:06 Uhr
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Zu wenige Steuereinnahmen, zu viele Sozialausgaben: Der Arboner Finanzchef prognostiziert für das Jahr 2018 ein Defizit von knapp 1,7 Millionen Franken. Die Bodensee-Stadt fühlt sich vom Kanton vernachlässigt.

Mit 76 Prozent hat Arbon schon heute den höchsten Steuerfuss des Kantons Thurgau - das Loch in der Kasse soll deshalb nicht über zusätzliche Steuereinnahmen gestopft werden, findet die Stadt. Die Ursache für die finanziellen Probleme sieht Patrick Hug (CVP), Vizestadtpräsident und Leiter des Ressorts Finanzen, viel eher in einem Systemfehler des Kantons: «Wir stellen fünf Prozent der kantonalen Bevölkerung und zahlen zehn Prozent der Sozialhilfekosten, die im Kanton anfallen. Das kann so nicht sein, wir müssen gegenüber dem Regierungsrat energischer auftreten», sagt er gegenüber TVO.

Auch Arbons Stadtpräsident Andreas Balg (FDP) ist der Meinung, der Umgangston mit Frauenfeld müsse deutlich verschärft werden. «Wir führen die Gespräche öffentlich weiter, nötigenfalls treten wir auch mit einer Kundgebung auf.»

Anders beurteilt die Lage der Thurgauer Regierungsrat Jakob Stark (SVP), Vorsteher des Departements für Finanzen und Soziales. «Ein Fünftel des Thurgauer Finanzausgleiches geht nach Arbon. Die Regierung hat ihre Aufgaben gemacht. Arbon muss sich selber helfen.» Die Stadt müsse eine - zumindest temporäre - Steuerfussanhebung ins Auge fassen.

Laurien Gschwend
Quelle: red.
veröffentlicht: 25. September 2017 20:06
aktualisiert: 25. September 2017 20:06