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Schönheitsfehler bei der Abschlussprüfung

Angela Mueller, 2. April 2019, 09:40 Uhr
Die Kosmetikerinnen im FM1-Land sind unzufrieden mit der LAP, die in Zürich durchgeführt wird: Unerfahrene Expertinnen, Platzmangel und Schikanen. Sie fordern einen Wechsel des Expertenteams, bis anhin erfolglos.
Kandidatinnen haben die Abschlussprüfung zur Kosmetikerin in Zürich als unfair empfunden.
© iStock (Symbolbild)

Für viele angehende Kosmetikerinnen gestaltete sich die LAP in Zürich im letzten Jahr als schikanös. So auch für die Lernenden der Kosmetikerin Monica Walther aus Romanshorn. Es sei sehr vieles falsch gelaufen, sagt sie zum Tagblatt. Sieben Stunden dauerte die praktische Prüfung: Gesichtspflege, Wachsepilation, Manicure, Handmassage, Rückenmassage, Abend-Make-Up – dazu kamen ein schriftlicher und ein mündlicher Teil.

Mehrere Kosmetikerinnen aus verschiedenen Kantonen, deren Lernende schlechte Erfahrungen bei der Abschlussprüfung gemacht hatten, haben sich bei Monica Walther gemeldet. Die Rede ist von Platzmangel, unerfahrenen Experten, einem harschem Umgangston und falschen Protokollen. Brisant: Auch solche, die die Prüfung bestanden hatten, beklagten sich über die Situation.

«Es besteht Handlungsbedarf»

Organisiert und durchgeführt werden die Qualifikationsverfahren in Zürich von einer Prüfungskommission, doch zum Teil seien die Expertinnen aus dem Jahr 2018 erst im April geschult worden, schreibt das Tagblatt. Lernende unter anderem aus den Kantonen St.Gallen, Thurgau und Graubünden besuchen die Berufsfachschule in Zürich.

Für Monica Walther ist klar: Es besteht Handlungsbedarf, sie und ihre Mitstreiterinnen wollen einen Wechsel des Expertenteams. Doch sie rennt gegen verschlossene Türen: Niklaus Schatzmann, Leiter des Zürcher Mittelschul- und Berufsbildungsamts, bestätigt gegenüber dem Tagblatt, dass die Beanstandungen, die auch bei der Schule eingegangen sind, intern thematisiert wurden. Es fand eine Aussprache zwischen dem Präsidenten der Prüfungskommission, dem zuständigen Berufsinspektor sowie dem Leiter des Bereichs Qualifikationsverfahren statt. Weder die Chefexpertin noch der Präsident der Prüfungskommisson würden die Vorwürfe bestätigen, sagt Schatzmann.

Unklar, wie viele die Prüfung bestanden haben

Platzverhältnisse und Infrastruktur seien genügend und man habe immer im Sinne der Kandidatinnen gehandelt. Eigenartig ist allerdings, dass sich offenbar nicht prüfen lässt, wie viele Kandidatinnen die Prüfung letztes Jahr bestanden haben. Die Zahlen seien noch nicht erhoben worden oder aus Datenschutzgründen nicht verfügbar, hiess es auf Anfrage des Tagblatts.

(red.)

 

Angela Mueller
veröffentlicht: 2. April 2019 09:40
aktualisiert: 2. April 2019 09:40